Milliarden Euro
WohnortUSA
Anteil an der Familienholding80 Prozent (INA-Holding Schaeffler)
Anteil der Familienholding an der Schaeffler AGrund 79 Prozent
Anteil der Familienholding an Continentalrund 46 Prozent
AufsichtsratsmandateSchaeffler AG (Vorsitz), Continental, Aumovio
Geburtsdatum19. Oktober 1964 (61 Jahre alt)
Geboren inErlangen, Deutschland
NationalitätDeutschland
Familienstandgeschieden
BerufUnternehmer, Jurist, Aufsichtsratsvorsitzender der Schaeffler AG
Voller NameGeorg Friedrich Wilhelm Schaeffler
Kinder4

Georg Schaeffler gehört der größere Teil einer der bedeutendsten Zulieferergruppen Europas, und er hat dieses Vermögen nicht aufgebaut, sondern geerbt und durch die schwerste Krise des Familienbetriebs getragen. Der ausgebildete Jurist führt kein operatives Amt, sondern kontrolliert aus dem Aufsichtsrat heraus. Sein Geld liegt fast vollständig in Unternehmensanteilen, die über eine Familienholding gebündelt sind, und nicht in Bargeld oder Gehältern. Wir schätzen das Vermögen von Georg Schaeffler auf rund 16,64 Milliarden Euro. Damit zählt er zu den reichsten Deutschen und zugleich zu den reichsten Menschen der Welt.

Wie viel verdient Georg Schaeffler pro Sekunde?

Legt man das geschätzte Vermögen von Georg Schaeffler zugrunde und nimmt eine Rendite von 7 Prozent pro Jahr an, kommt Georg Schaeffler auf rund 37 Euro pro Sekunde, ohne dafür zu arbeiten. Das entspricht einem Stundenlohn von rund 132.882 Euro und einem Verdienst von rund 3,19 Millionen Euro pro Tag.

Verdienst pro Sekunde 37 Euro
Stundenlohn 132.882 Euro
Verdienst pro Sekunde 37 Euro
Verdienst pro Minute 2.215 Euro
Stundenlohn 132.882 Euro
Verdienst pro Tag 3,19 Millionen Euro
Einkommen pro Monat 97,07 Millionen Euro
Einkommen pro Jahr 1,16 Milliarden Euro

Wie hoch ist das Vermögen von Georg Schaeffler?

Nach unserer Schätzung kommt Georg Schaeffler auf rund 16,64 Milliarden Euro. Der Wert hängt an den Kursen von drei börsennotierten Konzernen und verändert sich damit an jedem Handelstag, ohne dass er eine einzige Aktie kaufen oder verkaufen würde.

Woraus sich die Schätzung speist

Einkommen von Georg Schaeffler

2. von links: Georg Schaeffler

Den Kern bildet sein Anteil an der Familienholding INA-Holding Schaeffler. Diese Holding hält das Aktienpaket an der Schaeffler AG und daneben die Beteiligungen an Continental und an dem daraus abgespaltenen Elektronikkonzern Aumovio. Immobilien, liquide Mittel und private Anlagen fallen daneben kaum ins Gewicht, ein Gehalt spielt in dieser Rechnung überhaupt keine Rolle.

Warum ein Beteiligungswert keine Zahlung ist

Der wichtigste Unterschied bei einem Vermögen dieser Bauart wird selten benannt: Ein Anteil an einem Unternehmen ist eine Bewertung und kein Geld, das jemand bekommen hat. Bei den drei börsennotierten Beteiligungen gibt es dafür wenigstens einen Marktpreis, den jeder Anleger nachrechnen kann. Die Familienholding selbst wird nicht gehandelt, ihr Wert lässt sich nur annähern, und wer das tut, muss die Kredite gegenrechnen, die seit der Übernahme von Continental auf ihr liegen. Ganz ohne Marktpreis kommt aus, wer ein rein privates Familienunternehmen bewertet, etwa bei Theo Müller. Was am Ende wirklich fließt, sind die Dividenden, und die liegen um Größenordnungen unter dem Beteiligungswert.

Was ihm gehört und was seiner Mutter

Die Zurechnung ist einfacher, als sie in vielen Darstellungen aussieht. Georg Schaeffler hält 80 Prozent der Familienholding, seine Mutter Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann die übrigen 20 Prozent. Ihm persönlich gehören also weder Aktien der Schaeffler AG noch Aktien von Continental, sondern ein Anteil an der Gesellschaft, die diese Pakete hält. Die verbreitete Formulierung, ihm gehörten 80 Prozent der Schaeffler AG, ist deshalb falsch: Die Holding hält rund 79 Prozent des Autozulieferers, und von diesem Paket entfallen vier Fünftel wirtschaftlich auf ihn.

Die Familienholding und die drei Konzerne

Die Struktur wirkt verschachtelt, lässt sich aber auf drei Pakete herunterbrechen.

Der Anteil an der Schaeffler AG

Das Vermögen von Georg Schaeffler Die Schaeffler AG stellt Wälzlager, Antriebs- und Fahrwerkstechnik her und ist seit dem Börsengang im Oktober 2015 notiert. Die Familienholding hält daran rund 79 Prozent. Bis zum Zusammenschluss mit Vitesco Technologies am 1. Oktober 2024 waren die frei gehandelten Papiere stimmrechtslose Vorzugsaktien, mit diesem Tag wurden sie in Stammaktien getauscht und alle Aktionäre bekamen Stimmrechte. Aus zwei Zulieferern wurde ein Konzern mit mehr als hunderttausend Beschäftigten an über zweihundertfünfzig Standorten.

Continental und die Abspaltung von Aumovio

Das zweite Paket ist die Beteiligung von rund 46 Prozent an Continental, dem größten Einzelposten des Familienvermögens. Continental hat sich in mehreren Schritten zerlegt: 2021 ging die Antriebssparte als Vitesco an die Börse, im September 2025 folgte die Automobilelektronik unter dem Namen Aumovio. Weil solche Abspaltungen den Aktionären zugeteilt werden, hält die Familienholding seit September 2025 auch rund 46 Prozent an Aumovio. Im Juli 2026 vereinbarte Continental außerdem den Verkauf der Industriesparte ContiTech an den Finanzinvestor Lone Star; als Unternehmenswert wurden 4,0 Milliarden Euro zuzüglich erfolgsabhängiger Bestandteile von bis zu 250 Millionen Euro genannt. Rund 2,5 Milliarden Euro des erwarteten Mittelzuflusses sollen als Sonderausschüttung oder über Aktienrückkäufe an die Aktionäre gehen. Vollzogen ist die Transaktion noch nicht, sie hängt an behördlichen Freigaben.

Was an Dividende tatsächlich fließt

Hier stehen die einzigen Beträge, die wirklich ausgezahlt wurden. Für das Geschäftsjahr 2025 schüttete Continental 2,70 Euro je Aktie aus. Bei rund 200 Millionen Aktien entfallen auf 46 Prozent etwa 92 Millionen Stück, woraus sich eine Bruttodividende von rund 248 Millionen Euro für die Familienholding ergibt. Die Schaeffler AG zahlte für dasselbe Geschäftsjahr 0,30 Euro je Aktie, bei knapp 945 Millionen Aktien und einem Anteil von 79 Prozent noch einmal rund 224 Millionen Euro. Zusammen kamen so etwa 470 Millionen Euro brutto bei der Holding an, von denen wirtschaftlich vier Fünftel auf Georg Schaeffler entfallen. Das ist ein Bruchteil eines Prozents des Beteiligungswerts und zeigt, wie weit Bewertung und Auszahlung auseinanderliegen. Dieselbe Mechanik trägt das Einkommen von Stefan Quandt und Susanne Klatten bei BMW.

Vom Erbe zur heutigen Struktur

Der Weg dorthin erklärt, warum die Familie ihr Vermögen fast verloren hätte.

Herkunft, Ausbildung und Erbe

Georg Friedrich Wilhelm Schaeffler wurde 1964 in Erlangen geboren. Sein Vater hatte 1949 den Nadelkäfig für Nadellager entwickelt, der dem 1946 gegründeten Betrieb den industriellen Durchbruch brachte. Der Sohn machte sein Abitur in Herzogenaurach und studierte von 1986 bis 1990 Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule St. Gallen, danach arbeitete er sechs Jahre in Managementfunktionen der eigenen Gruppe. Nach dem Tod des Vaters 1996 fiel ihm dessen Anteil zu. Im selben Jahr begann er ein Studium der Rechtswissenschaften an der Duke Law School in North Carolina, das er 1999 mit dem Juris Doctor und einem Master of Laws abschloss, und arbeitete von 2000 bis 2006 als Anwalt für Wirtschafts- und Finanzrecht in Dallas. Anders als Gründer wie Hasso Plattner stand am Anfang seines Vermögens kein eigenes Unternehmen, sondern ein Erbe.

Der Griff nach Continental und was er kostete

2008 übernahm die Familie in einem feindlichen Anlauf die Mehrheit an Continental, einem Konzern, der deutlich größer war als der eigene Betrieb. Mitten in der Finanzkrise stürzte der Kurs ab, und die Familie saß auf einem Schuldenberg von mehr als zehn Milliarden Euro. Über Staatshilfen wurde öffentlich diskutiert, im August 2009 gelang stattdessen eine Refinanzierung über die Banken, und die Lasten wurden zwischen dem operativen Konzern und der Familienholding aufgeteilt. Das wirkt bis in die Beteiligungsstruktur hinein: Aktienpakete an Continental sind als Sicherheit für Kredite der Holding verpfändet.

Börsengang, Platzierungen und Neuordnung

Die Entschuldung lief über den Kapitalmarkt. Beim Börsengang der Schaeffler AG am 9. Oktober 2015 wurden 75 Millionen Vorzugsaktien zu 12,50 Euro platziert, was einen Bruttoerlös von rund 938 Millionen Euro brachte; der größte Teil bestand aus neu ausgegebenen Aktien und kam dem Unternehmen zugute. Der für die Familie entscheidende Schritt kam im April 2016: Die Holding verkaufte 94,4 Millionen Vorzugsaktien zu 13,10 Euro und erlöste damit rund 1,24 Milliarden Euro, die in den Schuldenabbau gingen. Das ist der größte belegte Einzelbetrag, den die Familie aus ihren Anteilen gezogen hat, und als Anker für eine Schätzung belastbarer als jede Kursbewertung. Die Stimmrechte gab sie dabei nicht ab.

Der Streit mit der US-Steuerbehörde

Aus der Neuordnung nach der Continental-Übernahme entstand ein langer Konflikt mit der amerikanischen Finanzverwaltung. Sie prüfte ab 2012 seine Angaben und forderte rund 1,2 Milliarden US-Dollar an Steuern und Zuschlägen. Nach mehreren Jahren gab sie die Sache auf und akzeptierte laut einer Recherche von ProPublica aus dem Jahr 2019 eine Zahlung im zweistelligen Millionenbereich.

Ämter, Familie und die Rolle der Mutter

Georg Schaeffler ist Eigentümer und Kontrolleur, nicht Manager. Das Tagesgeschäft führen angestellte Vorstände.

Seine Mandate

Er ist Aufsichtsratsvorsitzender der Schaeffler AG sowie Mitglied der Aufsichtsräte von Continental und Aumovio. Gesellschafter der Familienholding ist er seit 1981, dazu führt er ihre Verwaltungsgesellschaft. Diese Ämter sind vergütet, fallen neben der Dividende aber nicht ins Gewicht.

Was die Mutter hält und welche Ämter sie abgegeben hat

Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann hält die restlichen 20 Prozent der Familienholding und wird als eigenständige Milliardärin geführt. Ihre Kontrollmandate hat sie nacheinander niedergelegt: Aus dem Aufsichtsrat der Österreichischen Industrieholding schied sie 2014 aus, aus dem Aufsichtsrat von Continental im April 2022 und aus dem Aufsichtsrat der Schaeffler AG mit der Hauptversammlung am 20. April 2023. Danach wurde sie Ehrenmitglied des Schaeffler-Aufsichtsrats und ist dem Unternehmen nur noch als Gesellschafterin verbunden. Ihr Anteil am Vermögen bleibt davon unberührt.

Privates

Über sein Privatleben ist wenig bekannt, und die Familie hält das bewusst so. Georg Schaeffler ist geschieden und hat vier Kinder, sein Lebensmittelpunkt liegt in den Vereinigten Staaten, und öffentliche Auftritte beschränkt er auf Unternehmensanlässe. Unter den großen deutschen Vermögen ist diese Zurückhaltung kein Einzelfall: Auch Dieter Schwarz tritt kaum in Erscheinung, während Reinhold Würth und Klaus-Michael Kühne ihre Namen bewusst nach außen tragen.

Häufige Fragen zu Georg Schaeffler

Wie hoch ist das Vermögen von Georg Schaeffler?

Wir schätzen es auf rund 16,64 Milliarden Euro. Nahezu alles davon steckt in seinem Anteil an der Familienholding, über die die Beteiligungen an der Schaeffler AG, an Continental und an Aumovio gehalten werden.

Wie viel von der Schaeffler AG gehört Georg Schaeffler?

Persönlich keine einzige Aktie. Die Familienholding hält rund 79 Prozent des Konzerns, und an dieser Holding hält er 80 Prozent. Wirtschaftlich entfallen damit gut 63 Prozent der Schaeffler AG auf ihn.

Was gehört seiner Mutter Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann?

Die restlichen 20 Prozent der Familienholding. Damit ist sie an denselben drei Konzernen beteiligt wie ihr Sohn, nur mit einem Viertel seines Anteils.

Wie viel Dividende bekommt die Familie?

Für das Geschäftsjahr 2025 rund 248 Millionen Euro brutto aus dem Continental-Paket und rund 224 Millionen Euro aus dem Schaeffler-Paket. Von dieser Summe entfallen wirtschaftlich 80 Prozent auf Georg Schaeffler.

Welche Rolle hat Georg Schaeffler im Unternehmen?

Er ist Aufsichtsratsvorsitzender der Schaeffler AG und sitzt in den Aufsichtsräten von Continental und Aumovio. Ein operatives Amt hat er nicht, das Tagesgeschäft führen angestellte Vorstände.

Bildquellen:
@SchaefflerDE / Twitter