Françoise Bettencourt-Meyers ist die Enkelin des L’Oréal-Gründers Eugène Schueller und die einzige Erbin des größten Kosmetikkonzerns der Welt. Ihr Reichtum stammt nicht aus einem eigenen Unternehmen, sondern aus einem Aktienpaket, das seit drei Generationen in der Familie liegt. Daneben hat sie sich als Autorin einen Namen gemacht und führt die Stiftung, die ihre Familie gegründet hat. Wir schätzen das Vermögen von Françoise Bettencourt-Meyers auf rund 89,17 Milliarden Euro.
Wie viel verdient Francoise Bettencourt Meyers pro Sekunde?
Legt man das geschätzte Vermögen von Francoise Bettencourt Meyers zugrunde und nimmt eine Rendite von 7 Prozent pro Jahr an, kommt Francoise Bettencourt Meyers auf rund 198 Euro pro Sekunde, ohne dafür zu arbeiten. Das entspricht einem Stundenlohn von rund 712.058 Euro und einem Verdienst von rund 17,09 Millionen Euro pro Tag.
| Verdienst pro Sekunde | 198 Euro |
|---|---|
| Verdienst pro Minute | 11.868 Euro |
| Stundenlohn | 712.058 Euro |
| Verdienst pro Tag | 17,09 Millionen Euro |
| Einkommen pro Monat | 520,16 Millionen Euro |
| Einkommen pro Jahr | 6,24 Milliarden Euro |
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Grundlage ist unsere Vermögensschätzung und eine angenommene Kapitalrendite von 7 Prozent pro Jahr. Es handelt sich nicht um ein ausgezahltes Gehalt, sondern um den rechnerischen Ertrag des Vermögens.
Wie hoch ist das Vermögen von Françoise Bettencourt-Meyers?
Das Vermögen der Erbin ist ungewöhnlich einfach gebaut. Es besteht praktisch aus einer einzigen Position, dem L’Oréal-Anteil der Familie, gehalten über die Beteiligungsgesellschaft Téthys. Weil dieser Anteil börsennotiert ist, lässt er sich tagesgenau bewerten, und genau deshalb bewegt sich die Schätzung stärker als bei Unternehmern mit privaten Beteiligungen. Steigt der Kurs des Kosmetikkonzerns um zehn Prozent, steigt ihr Vermögen um ungefähr denselben Anteil.
Daneben fällt die Dividende an, und die ist bei L’Oréal die eigentliche laufende Einnahme. Der Konzern schüttet seit Jahrzehnten aus und hebt die Ausschüttung regelmäßig an. Für Aktionäre, die ihre Papiere länger als zwei Jahre halten, zahlt L’Oréal zudem einen Treuebonus von zehn Prozent auf die Dividende. Die Familie erfüllt diese Bedingung seit Generationen und bekommt deshalb den erhöhten Satz.
Ein dritter Punkt erklärt, warum die Schätzungen verschiedener Beobachter bei ihr enger beieinanderliegen als bei anderen Milliardären: Es gibt kaum Privatvermögen außerhalb des Konzerns, keine verschachtelten Firmengeflechte und keine großen operativen Zukäufe, die man bewerten müsste. Wer den Kurs und die Beteiligungsquote kennt, kommt der Zahl sehr nahe.
L’Oréal: woher das Vermögen stammt
Vom Chemielabor zum Weltkonzern
Gewachsen ist er vor allem durch Zukäufe. Lancôme kam 1964 dazu, Garnier wurde übernommen, später folgten Marken wie Redken, Essie, Maybelline, Kiehl’s und die Luxussparte mit Lizenzen großer Modehäuser. Heute führt der Konzern rund drei Dutzend internationale Marken vom Drogerieregal bis zur Apothekenkosmetik.
Im Geschäftsjahr 2025 setzte L’Oréal 44,05 Milliarden Euro um, bei einer operativen Marge von 20,2 Prozent. Diese Marge ist der Grund, warum ein Kosmetikhersteller ein derart großes Familienvermögen tragen kann: Der Konzern verdient an jedem Euro Umsatz deutlich mehr als ein klassischer Konsumgüterhersteller, und ein erheblicher Teil davon fließt als Dividende an die Anteilseigner.
Die Holding Téthys und der Anteil der Familie
Die Nachfahren des Gründers halten zusammen rund 34,7 Prozent an L’Oréal und sind damit der mit Abstand größte Aktionär. Der Großteil davon liegt bei der Familienholding Téthys, ein kleinerer Teil direkt bei Françoise Bettencourt-Meyers. Über Téthys Invest investiert die Familie zusätzlich außerhalb des Kosmetikgeschäfts, unter anderem in Gesundheit, Technologie und Beteiligungen an mittelständischen Unternehmen.
Diese Konstruktion ist der Kern der Vermögensstruktur. Sie bündelt die Stimmrechte, hält den Anteil über Generationen zusammen und verhindert, dass er sich durch Erbteilung auflöst. Zum zweitgrößten Aktionär, dem Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé, bestand jahrzehntelang eine vertragliche Bindung; Nestlé hat seinen Anteil seit 2014 in mehreren Schritten reduziert, wovon L’Oréal über Aktienrückkäufe profitierte.
Der Rückzug aus dem Verwaltungsrat
Françoise Bettencourt-Meyers gehörte dem Verwaltungsrat von L’Oréal seit 1997 an und war zuletzt dessen stellvertretende Vorsitzende. Am 29. April 2025 schied sie nach 28 Jahren aus dem Gremium aus und übergab den Sitz an die Familienholding, vertreten durch Alexandre Benais von Téthys Invest.
Den Posten der stellvertretenden Vorsitzenden übernahm ihr älterer Sohn Jean-Victor Meyers, der dem Verwaltungsrat bereits seit 2012 angehört. Der Rückzug war ein geordneter Generationenwechsel und keine Trennung von der Firma: Der Anteil der Familie blieb unverändert, nur die Person am Tisch wechselte. An der Vermögenslage änderte der Schritt nichts, weil ein Verwaltungsratsmandat bei L’Oréal vergütet wird, aber im Verhältnis zum Aktienpaket keine Rolle spielt.
Familie, Stiftung und der Streit ums Erbe
Die Ehe mit Jean-Pierre Meyers
Jean-Pierre Meyers gehört dem Verwaltungsrat von L’Oréal seit 1987 an und war dort ebenfalls stellvertretender Vorsitzender. Innerhalb der Familienholding Téthys übernahm er über Jahre eine führende Rolle. Anders als in manchen Darstellungen behauptet, hat er den Konzern nie operativ geführt; die Konzernspitze von L’Oréal lag durchgehend bei angestellten Managern und nicht bei der Eigentümerfamilie.
Der Konflikt mit der Mutter Liliane
Das Verhältnis zu ihrer Mutter Liliane Bettencourt war über Jahre zerrüttet. Auslöser war der Fotograf und Autor François-Marie Banier, dem die Mutter Geschenke in Milliardenhöhe machte. Françoise Bettencourt-Meyers erstattete 2007 Anzeige wegen Ausnutzung einer Schwäche und löste damit einen der bekanntesten Justizfälle Frankreichs aus.
2011 wurde Liliane Bettencourt unter Vormundschaft gestellt, die Familie übernahm die Verwaltung des Vermögens. Banier wurde 2015 verurteilt, das Strafmaß in der Berufung 2016 reduziert. Aus der Affäre entwickelte sich ein politischer Skandal, weil im Zuge der Ermittlungen Vorwürfe illegaler Parteispenden aufkamen. Liliane Bettencourt starb im September 2017, ihre Tochter erbte den gesamten Anteil.
Die Stiftung Bettencourt Schueller
Gemeinsam mit ihren Eltern gründete Françoise Bettencourt-Meyers 1987 die Fondation Bettencourt Schueller, deren Präsidentin sie ist. Die Stiftung fördert Lebenswissenschaften, Kunsthandwerk und soziale Projekte und vergibt seit 1999 den Preis Intelligence de la Main für außergewöhnliche handwerkliche Arbeiten. Ihr Sohn Nicolas Meyers arbeitet ebenfalls für die Stiftung.
Nach dem Brand der Kathedrale Notre-Dame im April 2019 sagte die Familie gemeinsam mit dem Konzern und der Stiftung 200 Millionen Euro für den Wiederaufbau zu. Es war eine der größten Einzelzusagen überhaupt und liegt in derselben Größenordnung wie die Zusage der Familie Arnault, die hinter dem Luxuskonzern LVMH steht.
Die Autorin
Öffentlich tritt Françoise Bettencourt-Meyers selten auf. Sie studierte zunächst Mathematik, spielt Klavier und hat mehrere Bücher veröffentlicht, darunter eine mehrbändige Kommentierung der Bibel und Arbeiten zur griechischen Mythologie. Die Bücher sind keine nennenswerte Einnahmequelle, prägen aber ihr öffentliches Bild deutlich stärker als jeder Auftritt in der Wirtschaftspresse.
Die Familie besitzt eine Stadtvilla in Paris, ein Anwesen an der bretonischen Küste und eine Insel auf den Seychellen. Verglichen mit dem Lebensstil anderer Erben ihrer Größenordnung fällt sie damit kaum auf, was ein Grund dafür ist, dass sie im Vergleich zu Elon Musk oder Jeff Bezos in der öffentlichen Wahrnehmung fast nicht vorkommt.
Häufige Fragen zu Françoise Bettencourt-Meyers
Woher stammt das Vermögen von Françoise Bettencourt-Meyers?
Aus dem Erbe ihres Großvaters Eugène Schueller, der L’Oréal 1909 gründete. Sie hat den Konzern nie geführt, sondern hält als Alleinerbin den Anteil der Familie. Wir schätzen ihr Vermögen auf rund 89,17 Milliarden Euro.
Wie hoch ist der L’Oréal-Anteil der Familie Bettencourt Meyers?
Die Nachfahren des Gründers halten zusammen rund 34,7 Prozent und sind damit größter Aktionär. Der überwiegende Teil liegt bei der Familienholding Téthys, ein kleinerer Teil direkt bei Françoise Bettencourt-Meyers.
Ist Françoise Bettencourt-Meyers noch im Verwaltungsrat von L’Oréal?
Nein. Sie schied am 29. April 2025 nach 28 Jahren aus dem Gremium aus. Ihren Posten als stellvertretende Vorsitzende übernahm ihr Sohn Jean-Victor Meyers, der Sitz selbst ging an die Familienholding Téthys.
War Françoise Bettencourt-Meyers die reichste Frau der Welt?
Sie stand von 2020 bis 2024 an der Spitze der Forbes-Rangliste der reichsten Frauen und war 2024 die erste Frau, deren Vermögen die Marke von 100 Milliarden Dollar überschritt. 2025 übernahm die Walmart-Erbin Alice Walton diese Position, deren Anteil am Handelskonzern seither stärker zulegte als die L’Oréal-Aktie. Wo sie im Verhältnis zu anderen Vermögen steht, zeigt unsere Liste der reichsten Menschen der Welt und die Übersicht der reichsten Frauen.
Verdient Françoise Bettencourt-Meyers an der L’Oréal-Dividende?
Ja, und sie ist ihre wichtigste laufende Einnahme. L’Oréal zahlt Aktionären, die ihre Anteile länger als zwei Jahre halten, einen Treuebonus von zehn Prozent auf die Dividende. Die Familie erfüllt diese Bedingung dauerhaft.
Wer erbt das Vermögen von Françoise Bettencourt-Meyers?
Vorgesehen sind ihre beiden Söhne Jean-Victor und Nicolas Meyers. Der Generationenwechsel läuft seit Jahren geordnet über die Familienholding Téthys, in deren Gremien beide Söhne sitzen. Jean-Victor Meyers rückte 2025 zusätzlich an die Spitze des Verwaltungsrats von L’Oréal nach.
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