Millionen Euro
Steuerforderung des italienischen Fiskus37,2 Millionen Euro (2005), Steuerprüfungen 2013 für nichtig erklärt
Verkaufspreis des Elternhauses in Villa Devotorund 900.000 US-Dollar (2022)
Frühere Vereine als SpielerArgentinos Juniors, Boca Juniors, FC Barcelona, SSC Neapel, FC Sevilla, Newell's Old Boys
Geburtsdatum30. Oktober 1960
Geboren inLanús Oeste, Provinz Buenos Aires, Argentinien
NationalitätArgentinien
Todesdatum25. November 2020 († 60 Jahre)
Verstorben inArgentinien
BerufEhemaliger Fußballspieler und Fußballtrainer
Voller NameDiego Armando Maradona Franco
SpitznameHand Gottes
Kinder5
Größe1.65 m

Diego Maradona gewann 1986 mit Argentinien die Weltmeisterschaft, führte den SSC Neapel zu den beiden einzigen Meistertiteln der Vereinsgeschichte und war zweimal der teuerste Fußballer der Welt. Wer nach seinem Geld sucht, findet trotzdem einen der kleinsten Nachlässe, die der Spitzenfußball hervorgebracht hat. Er starb im November 2020, ohne ein Testament hinterlassen zu haben. Der Nachlass von Diego Maradona wird auf rund 3 Millionen Euro geschätzt. Der Abstand zwischen dem, was über vier Jahrzehnte durch seine Hände ging, und dem, was am Ende zu verteilen war, ist die eigentliche Geschichte dieses Vermögensfalls.

Wie hoch ist das hinterlassene Vermögen von Diego Maradona?

Bei einem Verstorbenen gehen zwei Zahlen leicht durcheinander: das Vermögen zum Zeitpunkt des Todes und der Nachlass, also was nach Verbindlichkeiten, Verfahrenskosten und Verkäufen zu verteilen bleibt. Bei Maradona lagen beide dicht beieinander, und beide fielen niedrig aus. Liquide Mittel in nennenswertem Umfang oder eine ertragbringende Gesellschaft gehörten nicht zum Bestand, weshalb der geschätzte Wert weniger auf Sachwerten ruht als auf den Rechten an seinem Namen.

Was der Nachlass an Sachwerten enthielt

Das gerichtliche Inventar in Argentinien führte zwei Immobilien: das Haus in der Calle Cantilo im Stadtteil Villa Devoto von Buenos Aires, das Maradona seinen Eltern geschenkt hatte, und eine Maisonettewohnung in Mar del Plata. Dazu kamen drei hochwertige Fahrzeuge und zwei Container, eingelagert in Beccar nördlich von Buenos Aires. Einer davon war aus Dubai gekommen und enthielt Trophäen, Uhren, Trikots, Musikinstrumente und Kleidung.

Das Haus in Villa Devoto ging mit Zustimmung aller Erben für rund 900.000 US-Dollar an einen Käufer, der dort ein Hotel einrichten wollte. Dieser Verkauf war der größte Einzelposten, der aus dem Nachlass tatsächlich zu Geld wurde.

Warum die Nachlassauktion so wenig einbrachte

Auf Antrag der fünf Erben ließ die Justiz die Sachwerte versteigern. Die Auktion lief im Dezember 2021 als Streaming-Veranstaltung und brachte rund 26.000 US-Dollar ein. Etwa 1.500 Menschen boten mit, doch für die beiden Immobilien und die drei Fahrzeuge kam kein formelles Gebot zusammen. Den höchsten Zuschlag erzielte ein Gemälde mit 2.150 US-Dollar. Der Erlös war für Schulden und Verfahrenskosten vorgesehen und deckte davon kaum etwas ab.

Der Grund steckt in der Sache: Persönliche Gegenstände erzielen Sammlerpreise nur, wenn ihre Verbindung zu einem konkreten Spiel oder Titel dokumentiert ist. Daran zeigt sich der Unterschied zwischen einem Nachlass aus Rechten und Katalogen, wie bei Michael Jackson, und einem aus Gegenständen.

Woher das Geld der Karriere kam

Einkommen von Diego Maradona Maradona wurde in Lanús Oeste in der argentinischen Provinz Buenos Aires geboren. Talentsucher des Erstligisten Argentinos Juniors entdeckten ihn als Neunjährigen, und mit jedem Wechsel danach stieg der Betrag, den Vereine für ihn zahlten.

Rekordablösen und die Jahre in Neapel

1982 zahlte der FC Barcelona an Boca Juniors eine damals rekordhohe Ablöse von rund fünf Millionen Pfund. 1984 überwies der SSC Neapel rund 6,9 Millionen Pfund, umgerechnet 13 Milliarden Lire, nach Barcelona und stellte damit erneut einen Weltrekord auf. Beide Summen gingen an die abgebenden Vereine und nicht an den Spieler, sie erklären aber die Verhandlungsposition, aus der er sein Gehalt aushandelte.

In Neapel blieb er sieben Jahre, gewann 1987 und 1990 die Meisterschaft und 1989 den UEFA-Cup. Für seinen Verdienst gilt dieselbe Einschränkung wie bei jedem angestellten Spitzenverdiener: Alle kursierenden Gehaltszahlen sind Bruttobeträge, und in Italien blieb davon nach Spitzensteuer etwa die Hälfte. Neben den Summen, die für Kylian Mbappé, Neymar oder Lionel Messi bewegt wurden, wirken seine Rekorde klein. Gemessen an den Vereinsbudgets der Achtzigerjahre waren sie es nicht.

Werbeverträge und Markenbotschaften

Sein Name trug Verträge weit über das Karriereende hinaus. Der Uhrenhersteller Hublot machte ihn zum Botschafter und legte ein Modell unter seinem Namen auf, der Spieleentwickler Konami verpflichtete ihn für seine Fußballreihe. Solche Verträge sind der Grund, warum sein Name nach dem Tod weiter Geld erzeugt, während die Gegenstände aus seinem Besitz das nicht tun, und gleichzeitig der Grund für den Streit, der die Verwertung des Nachlasses seit 2020 blockiert.

Die Trainerjahre

Von Oktober 2008 bis Juli 2010 war Maradona Trainer der argentinischen Nationalmannschaft; nach dem Viertelfinal-Aus gegen Deutschland bei der Weltmeisterschaft in Südafrika endete das Engagement. Danach arbeitete er in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Mexiko bei den Dorados de Sinaloa und zuletzt beim argentinischen Erstligisten Gimnasia y Esgrima La Plata, wo sich sein Gehalt nach dem richtete, was der Verein aufbringen konnte. Honorare dieser Größenordnung bauen kein Vermögen auf. Was ein Trainergehalt in der absoluten Spitze einbringt, zeigt der Fall Zinédine Zidane.

Was das Vermögen aufzehrte

Die Steuerforderung des italienischen Fiskus

Der größte Posten auf der Sollseite kam aus Italien. Die Finanzbehörden warfen Maradona vor, in seinen Neapel-Jahren zwischen 1984 und 1991 zu wenig Einkommensteuer abgeführt zu haben. Die ursprüngliche Forderung von 13 Milliarden Lire wuchs mit Zinsen und Säumniszuschlägen über Jahrzehnte an. Im Jahr 2005 stellte der Fiskus eine Forderung über 37,2 Millionen Euro zu, später war von rund 39 bis 40 Millionen Euro die Rede.

Vollstreckt wurde davon fast nichts, weil in Italien kaum etwas zu holen war. Bei Einreisen griff die Finanzpolizei zu, was greifbar war: 2006 zwei Rolex-Uhren im Wert von rund 10.000 Euro, dazu 2005 ein Teil des Honorars von 78.500 Euro für einen Auftritt in einer Tanzshow des Senders RAI.

Die Forderung selbst hielt am Ende nicht. Die italienische Zentralsteuerkommission bestätigte 2013 die Nichtigkeit der Steuerprüfungen aus den späten Achtzigerjahren. Nach seinem Tod ordnete das Kassationsgericht in Rom auf Antrag seiner Kinder ein neues Verfahren vor einem Gericht in Neapel an. Die Erbenseite trägt vor, die strittige Summe sei bereits 2003 vom SSC Neapel im Rahmen einer Steueramnestie beglichen worden und der Rest bestehe aus Verzugszuschlägen. Endet das Verfahren zu ihren Gunsten, können sie Schadensersatz verlangen; endet es anders, träfe die Forderung den Nachlass.

Ein Nachlass ohne Testament

Maradona hinterließ kein Testament. Im März 2021 stellte die argentinische Justiz fünf Universalerben fest, also die fünf von ihm anerkannten Kinder. Weitere Personen meldeten Vaterschaftsansprüche an, in der Berichterstattung war von bis zu elf möglichen Kindern die Rede. Jeder zusätzlich anerkannte Anspruch verkleinert die Quote der übrigen, und solange die Ansprüche offen sind, lässt sich der Nachlass nicht abschließend teilen.

Wirtschaftlich ist das der teuerste Teil des Falls, denn ein Nachlass, über den prozessiert wird, erzeugt Kosten, während seine Werte stillstehen. Bei Franz Beckenbauer war die Verteilung nie eine Frage, den Nachlass von Prince hat dasselbe Muster über Jahre beschäftigt.

Die Millionen, die am Nachlass vorbeigehen

Vermögen von Diego Maradona Objekte aus Maradonas Karriere gehören zu den teuersten Sportmemorabilia überhaupt. Sie gehören allerdings überwiegend anderen Leuten, und deshalb erreichen die Erlöse den Nachlass nicht.

Trikot und Spielball des Handtor-Spiels

Das Trikot aus dem Viertelfinale gegen England bei der Weltmeisterschaft in Mexiko brachte im Mai 2022 bei Sotheby’s 7,1 Millionen Pfund, umgerechnet 9,3 Millionen US-Dollar, und damals einen Rekord für Sportmemorabilia. Eigentümer war der englische Mittelfeldspieler Steve Hodge, der nach dem Spiel mit Maradona die Trikots getauscht hatte. Der Erlös ging vollständig an ihn.

Beim Spielball desselben Spiels verhielt es sich genauso. Er lag jahrzehntelang beim tunesischen Schiedsrichter Ali Bin Nasser und wurde im November 2022 in London für zwei Millionen Pfund verkauft. Der neue Eigentümer brachte ihn im August 2026 in den USA erneut in eine Auktion, wo er 3,35 Millionen US-Dollar erzielte, deutlich unter den vorher genannten Erwartungen.

Der Goldene Ball der Weltmeisterschaft in Mexiko

Die Auszeichnung als bester Spieler des Turniers verschwand 1989 aus einem Bankschließfach in Neapel. Ein französischer Sammler erwarb sie 2016 mit anderen Trophäen für wenige hundert Euro, ohne zunächst zu wissen, was er gekauft hatte. Für den 6. Juni 2024 setzte ein Auktionshaus im Pariser Vorort Neuilly-sur-Seine den Verkauf an und rechnete mit Millionen.

Die Erben zogen vor Gericht und verloren, weil zu Maradonas Lebzeiten kein Strafverfahren wegen des Verschwindens geführt worden war. Verkauft wurde die Trophäe trotzdem nicht: Wenige Tage vor dem Termin verschob das Auktionshaus den Verkauf wegen einer Justizuntersuchung zum möglichen Handel mit gestohlener Ware, und ein neuer Termin ist nicht bekannt. Der wertvollste Einzelgegenstand, der dem Nachlass zufallen könnte, ist damit weder verkauft noch zugeordnet.

Der Streit um die Markenrechte

Der Kern des Nachlasses sind nicht Gegenstände, sondern die Rechte an Namen, Bild und Marke. Wenige Monate vor seinem Tod übertrug Maradona diese Rechte für fünfzehn Jahre auf eine Verwertungsgesellschaft, gegen die Hälfte der Erlöse. Die Erben widerriefen die Verträge nach seinem Tod und bestritten deren wirksames Zustandekommen.

Ein Gericht in Buenos Aires bestätigte die Kinder als Erben, untersagte der verwaltenden Gesellschaft neue Verträge und ordnete an, dass Einnahmen aus laufenden Verträgen auf ein gerichtlich kontrolliertes Konto fließen. Die argentinische Strafkammer verhängte zudem ein weltweites Verfügungsverbot für alle Marken mit seinem Namen und seinem Bild. Um welche Beträge es geht, zeigt das Vertragsvolumen: Nach seinem Tod schloss die verwaltende Gesellschaft Verträge über mehr als drei Millionen US-Dollar ab. Im August 2026 bot die Gegenseite den Erben 150 Millionen Pesos in sechs Raten an, um das Markenverfahren auszusetzen; die Anwälte von zwei seiner Töchter lehnten ab.

Solange darüber nicht entschieden ist, bleibt der größte Wert des Nachlasses gebunden. Anders gesagt: Die Marke verdient, der Nachlass wartet. Deshalb schätzen wir den Nachlass auf rund 3 Millionen Euro, obwohl seine Sachwerte deutlich kleiner ausfallen – der Rechteanteil trägt die Zahl, nicht das Inventar. Was ein geordnet verwalteter Name einbringt, zeigt der Nachlass von Elvis Presley.

Häufige Fragen zu Diego Maradona

Wie hoch ist das hinterlassene Vermögen von Diego Maradona?

Der Nachlass wird auf rund 3 Millionen Euro geschätzt. Den Hauptteil machen die Rechte an seinem Namen und seinem Bild aus, deren Verwertung Gegenstand eines Verfahrens in Argentinien ist.

Warum ist der Nachlass eines Weltfußballers so klein?

Weil Maradona zu Lebzeiten kaum etwas anlegte und keine ertragbringende Gesellschaft aufbaute. Sein greifbarer Besitz bestand aus zwei Immobilien, drei Fahrzeugen und eingelagertem Hausrat.

Musste Maradona die italienische Steuerforderung bezahlen?

Vollstreckt wurden nur Kleinbeträge, unter anderem zwei beschlagnahmte Uhren. Die italienische Zentralsteuerkommission bestätigte 2013 die Nichtigkeit der Prüfungen; nach seinem Tod ordnete das Kassationsgericht in Rom ein neues Verfahren in Neapel an.

Wer bekam das Geld für das Trikot des Handtor-Spiels?

Der englische Mittelfeldspieler Steve Hodge, der das Trikot nach dem Spiel getauscht hatte. Die 7,1 Millionen Pfund aus der Auktion im Mai 2022 gingen an ihn und nicht an Maradonas Erben.

Womit verdiente Maradona nach dem Karriereende Geld?

Mit Trainerverträgen in Argentinien, Mexiko und den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie mit Werbe- und Lizenzverträgen, wie sie auch Cristiano Ronaldo erzielt.

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