Millionen Euro
Frühere PositionVorstandsvorsitzender der CG Gruppe AG bis 2020
Geburtsdatum02. April 1968 (58 Jahre alt)
Geboren inKarlsruhe, Deutschland
NationalitätDeutschland
Familienstandverheiratet mit Anja Gröner
BerufImmobilienunternehmer
Kinder4
GründerCG Gruppe, Gröner Group, CGRE

Christoph Gröner ist ein deutscher Immobilienunternehmer, der mit dem Bau von Mietwohnungen und ganzen Stadtquartieren bekannt wurde. Der Karlsruher machte sich 1989 mit Bauhilfsdiensten selbstständig und gründete 1995 in Leipzig die CG Gruppe, die zeitweise zu den größten Projektentwicklern Deutschlands zählte und Tausende Wohnungen in Leipzig, Berlin, Köln und Karlsruhe errichtete. Sein Geld verdiente er nicht mit Mieteinnahmen, sondern mit der Entwicklung und dem Weiterverkauf von Bauvorhaben und vor allem mit dem Verkauf des eigenen Unternehmens. Wie viel davon geblieben ist, lässt sich nur schätzen, denn große Teile seines Firmengeflechts stecken in Insolvenzverfahren. Wir schätzen das Vermögen von Christoph Gröner auf rund 10 Millionen Euro.

Wie hoch ist das Vermögen von Christoph Gröner?

Bei einem Projektentwickler ist die Vermögensfrage schwerer zu beantworten als bei einem Angestellten oder Sportler. Es gibt kein Gehalt, aus dem sich etwas hochrechnen ließe, und die Zahlen, die öffentlich kursieren, sind fast immer Projektvolumina und keine Vermögenswerte. Anders als bei Unternehmern wie Dieter Schwarz oder Susanne Klatten hängt hier nichts an einem Börsenkurs oder einer geprüften Konzernbilanz. Nach unserer Schätzung kommt Christoph Gröner auf rund 10 Millionen Euro. Die Unsicherheit ist dabei größer als bei fast jeder anderen Person dieser Kategorie, weil ein erheblicher Teil der Forderungen gegen ihn und seine Gesellschaften noch gerichtlich geklärt wird.

Warum Projektvolumen kein Vermögen ist

Einkommen von Christoph Gröner In der Branche wird üblicherweise der Bruttoentwicklungswert genannt, also der erwartete Verkaufswert eines Vorhabens nach Fertigstellung. Diese Summe gehört dem Entwickler nicht. Sie ist überwiegend über Bankkredite, Mezzanine-Kapital und Vorauszahlungen institutioneller Käufer finanziert, und beim Unternehmer kommt nur die Differenz zwischen Verkaufserlös und Gesamtkosten an. Diese Differenz kann negativ werden, wenn Zinsen und Baupreise steigen, während sich Genehmigung und Verkauf verzögern. Genau das ist der deutschen Projektentwicklung ab 2022 passiert, und wie schnell aus einem Milliardenportfolio ein Insolvenzfall wird, zeigte auch der Fall des Österreichers René Benko.

Woraus sich die Schätzung speist

Belastbar ist vor allem, was tatsächlich geflossen ist. Aus dem Verkauf der CG Gruppe erhielt Gröner dreistellige Millionenbeträge, überwiegend in Aktien des Käufers, die später den größten Teil ihres Werts verloren. Den Baranteil steckte er in eigene Bauprojekte, die seit 2024 reihenweise in die Insolvenz gegangen sind. Dem gegenüber steht die Gröner Family Office GmbH, die das Familienvermögen bündelt, so wie es auch Carsten Maschmeyer tut. Weil der Insolvenzverwalter einen Teil der Zahlungen dorthin zurückfordert und über Gröners Privatvermögen ebenfalls Verfahren laufen, ist unsere Schätzung bewusst niedrig angesetzt. In den Ranglisten der reichsten Menschen der Welt stand er nie.

Der Aufstieg zum Bauunternehmer für Investoren

Von Bauhilfsdiensten zur CG Gruppe

Die CG Gruppe, deren Kürzel die Initialen des Gründers trägt, sanierte zunächst denkmalgeschützte Altbauten, vor allem in Leipzig, wo nach der Wende viele Gründerzeithäuser leer standen. Ab 2005 verschob sich das Geschäft in Richtung Neubau. Das Modell war der Mietwohnungsbau für institutionelle Investoren: Die Gruppe entwickelte ein Quartier, verkaufte es als Ganzes an einen Fonds oder eine Versicherung und baute es anschließend fertig. In der Spitze beschäftigte das Unternehmen rund 900 Menschen. Sichtbar wurde die Gruppe auch im Sport: Die Tochter CG Elementum war von 2017 bis 2022 Ärmelsponsor von RB Leipzig, nach dem Ende der Partnerschaft stritten beide Seiten über offene Werbeleistungen von rund 565.000 Euro.

Der Einstieg von Consus Real Estate

Vermögen der CG Gruppe AG 2017 übernahm der Projektentwickler Consus Real Estate die Mehrheit an der CG Gruppe. Ein Jahr später kaufte Consus ein weiteres Paket direkt von Gröner und bezahlte es mit 8.333.334 neuen Aktien zum Ausgabepreis von zwölf Euro, also rund 100 Millionen Euro in Aktien, dazu gestaffelte Barzahlungen von etwa 67 Millionen Euro über drei Jahre. Damit war Gröner wohlhabend, doch sein Vermögen hing am Kurs eines einzigen börsennotierten Unternehmens.

Der Ausstieg und die Übernahme durch Adler

Im März 2020 legte Gröner seinen Vorstandsposten nieder. Am 8. Mai 2020 beschloss Consus, 17 Entwicklungsprojekte mit einem Bruttoentwicklungswert von 2,3 Milliarden Euro an die von Gröner kontrollierte Gröner Group GmbH zu verkaufen und im Gegenzug dessen restliche 25 Prozent an der früheren CG Gruppe zu übernehmen, überwiegend gegen neue Consus-Aktien. Wenige Wochen später, am 6. Juli 2020, schloss die Adler Group den Kontrollerwerb an Consus ab, im September 2020 schied Gröner auch aus dem Aufsichtsrat aus. Adler geriet anschließend in eine Bilanzaffäre, die Aktie verlor massiv an Wert, und mehrere frühere Gröner-Projekte blieben liegen. Der Steglitzer Kreisel in Berlin, den erst Gröner und dann Adler zum Wohnhochhaus umbauen wollten, ist bis heute nicht fertig.

Der Zusammenbruch der Firmengruppe

Mit den 17 übernommenen Projekten baute Gröner ab 2020 eine neue Gruppe auf, deren Dachgesellschaft die Gröner Group hieß. Der Zinsanstieg ab 2022 traf dieses Modell im Kern: Die Verkäufe an institutionelle Käufer blieben aus, die Anschlussfinanzierungen wurden teuer.

Die Insolvenz der Dachgesellschaft

Ende Oktober 2024 stellte ein Luxemburger Fonds einen Insolvenzantrag gegen die Gröner Group GmbH, Auslöser waren Forderungen über 83 Millionen Euro. Am 26. Mai 2025 eröffnete das Amtsgericht Leipzig das Insolvenzverfahren über die Gesellschaft und bestellte Philipp Hackländer zum Insolvenzverwalter, der auch mehrere Verfahren gegen Projektgesellschaften der Gruppe führt. Betroffen sind Vorhaben in Leipzig, Köln, Mannheim, Frankfurt und Karlsruhe.

Verfahren über das Privatvermögen

Auch persönlich geriet Gröner unter Druck. Am 12. Dezember 2024 ordnete das Amtsgericht Leipzig eine vorläufige Insolvenzverwaltung über sein Privatvermögen an, hob den Beschluss acht Tage später aber wieder auf, weil er die offene Forderung beglichen hatte. Am 11. März 2025 ordnete dasselbe Gericht die vorläufige Insolvenzverwaltung erneut an, wieder auf Antrag eines Gläubigers. Beide Male gab Gröner an, den Antrag nicht selbst gestellt zu haben.

Was im Insolvenzgutachten steht

Das im Mai 2025 vorgelegte Gutachten des Insolvenzverwalters nennt Verbindlichkeiten von mehr als 433 Millionen Euro gegenüber mehreren Fonds und sieht Anzeichen dafür, dass die Zahlungsunfähigkeit schon Anfang 2024 eingetreten war. Kritisch bewertet wird die Umstrukturierung vom Sommer 2024, bei der wesentliche Beteiligungen für einen vorläufigen Kaufpreis von einem Euro auf die neu gegründete CG Group GmbH übergingen. Festgehalten ist außerdem, dass seit Anfang 2022 mindestens 32,6 Millionen Euro vom Konto der Gröner Group an die Gröner Family Office GmbH geflossen sind, die der Verwalter zurückfordert. Die Staatsanwaltschaft Leipzig ermittelt wegen des Verdachts der Insolvenzverschleppung, es gilt die Unschuldsvermutung. Gröner hat die Bewertungen des Verwalters zurückgewiesen und erklärt, eine Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung habe zu keinem Zeitpunkt bestanden.

Projekte, Politik und Stiftungsarbeit

Auch nach der Insolvenz der Dachgesellschaft ist Gröner in der Branche präsent geblieben, wenn auch in deutlich schwächerer Rolle.

Die Baustellen in Karlsruhe, Köln und Berlin

Das größte verbliebene Vorhaben ist das C-Areal in der Karlsruher Nordstadt, ein 17 Hektar großes ehemaliges Militärgelände, auf dem unter dem Namen Greenville Wohnungen entstehen sollen. Ursprünglich war von rund 1.000 Einheiten die Rede, zuletzt von etwa 700. Gebaut wurde dort nicht, die Stadt Karlsruhe machte wegen versäumter Fristen Vertragsstrafen geltend. Dazu kommen der Cologneo-Campus in Köln-Deutz und die Berliner Vorhaben Kleine Eiswerder und Stadt.Land.Havel. In Leipzig, wo die Gruppe ihren Sitz hatte, sind mehrere Projektgesellschaften rund um den Mariannen-Campus in Verfahren geraten.

Die CGRE und der neue Mehrheitseigner

Vermögen von Christoph Gröner Als Auffanglösung dient die Leipziger Beteiligungsgesellschaft CGRE, in die Grundstücke aus der Unternehmensgruppe eingebracht wurden und in deren Vorstand der frühere Kanzleramtsminister von Angela Merkel und Bahn-Vorstand Ronald Pofalla sitzt. Im Dezember 2025 stieg dort über eine Kapitalerhöhung ein Investor namens Jussak A ein und übernahm rund zwei Drittel der Anteile, gehalten über eine Stiftung in Liechtenstein; die Spur führt in das Umfeld des österreichischen Bau-Milliardärs Hans Peter Haselsteiner. Für Gröner bedeutet das den Verlust der Mehrheit an seiner eigenen Gesellschaft. Was die verbliebene Beteiligung wert ist, hängt daran, ob die Projekte tatsächlich gebaut werden.

Spenden, Fernsehauftritte und der eigene Verein

Gröner hat die Öffentlichkeit stets gesucht, ähnlich wie der Wiener Baulöwe Richard Lugner. Für die dreiteilige WDR-Dokumentation „Ungleichland“ ließ er sich ein halbes Jahr lang begleiten und stand darin als Beispiel für den vermögenden Teil der Gesellschaft im Mittelpunkt. Politisch machte er 2020 mit Parteispenden von zusammen 820.000 Euro an die Berliner CDU von sich reden, davon 320.000 Euro als Privatperson und 500.000 Euro über die Gröner Family Office GmbH. Ob damit unzulässige Erwartungen verbunden waren, wurde öffentlich diskutiert; die Bundestagsverwaltung stellte ihre Prüfung im Juli 2023 ohne Beanstandung ein. Gemeinnützig engagiert er sich über den 2020 gegründeten Verein Wirtschaft kann Kinder, dessen Vorstand er mit dem früheren Bahn-Chef Rüdiger Grube bildet.

Häufige Fragen zu Christoph Gröner

Wie hoch ist das Vermögen von Christoph Gröner?

Wir schätzen es auf rund 10 Millionen Euro. Die Zahl ist eine grobe Einordnung, weil ein großer Teil der Forderungen gegen ihn in laufenden Verfahren geklärt wird und Anteile an Projektgesellschaften ohne Verkauf kaum zu bewerten sind.

Womit hat Christoph Gröner sein Geld verdient?

Mit Projektentwicklung. Die CG Gruppe kaufte Grundstücke und Altbauten, entwickelte daraus Wohnquartiere und verkaufte sie an institutionelle Investoren. Den größten Einzelbetrag brachte aber kein Bauprojekt, sondern der Verkauf des eigenen Unternehmens an Consus Real Estate.

Was hat der Verkauf der CG Gruppe eingebracht?

2018 zahlte Consus für ein Aktienpaket rund 100 Millionen Euro in eigenen Aktien und sagte weitere rund 67 Millionen Euro in gestaffelten Barzahlungen zu. 2020 folgte der Ausstieg aus dem Rest, wobei Gröner im Gegenzug 17 Entwicklungsprojekte mit einem Bruttoentwicklungswert von 2,3 Milliarden Euro übernahm.

Ist die Gröner Group insolvent?

Ja. Das Amtsgericht Leipzig hat am 26. Mai 2025 das Insolvenzverfahren über die Gröner Group GmbH eröffnet, die frühere Dachgesellschaft. Gegen zahlreiche Projektgesellschaften laufen eigene Verfahren.

Wem gehört die CGRE?

Seit Dezember 2025 hält ein Investor namens Jussak A rund zwei Drittel der Anteile, dahinter werden Verbindungen zum österreichischen Bau-Milliardär Hans Peter Haselsteiner vermutet. Christoph Gröner ist seither Minderheitsaktionär seiner eigenen Gesellschaft.

Bildquellen:
@CG Gruppe AG / Facebook

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