Klaus-Michael Kühne ist der bekannteste Logistikunternehmer Deutschlands und steht hinter einem Beteiligungsgeflecht, das von der Spedition über eine Reederei bis zu einer Fluggesellschaft reicht. Geboren am 2. Juni 1937 in Hamburg, trat er 1958 in das Speditionshaus seiner Familie ein und formte es zu einem der größten Logistikkonzerne der Welt. Sein Geld steckt heute fast vollständig in Aktienpaketen, die über die schweizerische Kühne Holding AG gebündelt sind, und macht ihn zu einem der reichsten Deutschen. Wir schätzen das Vermögen von Klaus-Michael Kühne auf rund 36,17 Milliarden Euro.
Wie viel verdient Klaus-Michael Kuehne pro Sekunde?
Legt man das geschätzte Vermögen von Klaus-Michael Kuehne zugrunde und nimmt eine Rendite von 7 Prozent pro Jahr an, kommt Klaus-Michael Kuehne auf rund 80 Euro pro Sekunde, ohne dafür zu arbeiten. Das entspricht einem Stundenlohn von rund 288.817 Euro und einem Verdienst von rund 6,93 Millionen Euro pro Tag.
| Verdienst pro Sekunde | 80 Euro |
|---|---|
| Verdienst pro Minute | 4.814 Euro |
| Stundenlohn | 288.817 Euro |
| Verdienst pro Tag | 6,93 Millionen Euro |
| Einkommen pro Monat | 210,98 Millionen Euro |
| Einkommen pro Jahr | 2,53 Milliarden Euro |
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Grundlage ist unsere Vermögensschätzung und eine angenommene Kapitalrendite von 7 Prozent pro Jahr. Es handelt sich nicht um ein ausgezahltes Gehalt, sondern um den rechnerischen Ertrag des Vermögens.
Wie hoch ist das Vermögen von Klaus-Michael Kühne?
Woraus sich die Schätzung speist

Weil es fast durchgehend börsennotierte Beteiligungen sind, ergibt Anteilshöhe mal Börsenkurs einen überprüfbaren Rahmen. Das ist zugleich die Schwäche der Zahl, denn ein schwacher Frachtmarkt schlägt unmittelbar auf den Kurs durch. Nach unserer Schätzung kommt Klaus-Michael Kühne auf rund 36,17 Milliarden Euro.
Die Kühne Holding AG als Dach
Sämtliche wirtschaftlichen Interessen laufen über die Kühne Holding AG mit Sitz in Schindellegi im Kanton Schwyz, deren Stimmrechte laut Geschäftsbericht 2025 vollständig bei Klaus-Michael Kühne liegen. Anders als Michael Otto oder Dieter Schwarz hält er sein Vermögen damit nicht in einem operativ geführten Familienkonzern, sondern in einem Portfolio aus Beteiligungen. Seine operativen Ämter hat er längst abgegeben: Den Vorstandsvorsitz legte er 1998 nieder, seit 2011 ist er Ehrenpräsident des Verwaltungsrats.
Kühne-Stiftung und die Frage der Nachfolge
Klaus-Michael Kühne ist kinderlos, und deshalb ist die Nachfolge bei ihm keine Erbschaftsfrage, sondern eine Konstruktionsfrage. Gelöst wird sie über die Kühne-Stiftung, eine gemeinnützige Schweizer Stiftung in Schindellegi, die er 1976 mit seinen Eltern gründete und die bereits heute 4,7 Prozent an Kühne + Nagel hält. Nach seinem Ableben soll das Vermögen der Kühne Holding AG an sie übergehen, was Kühne im Februar 2023 im Manager Magazin bestätigte und das Fachmedium DIE STIFTUNG am 22. Juli 2025 erneut so wiedergab.
Ein persönlicher Nachfolger ist nicht benannt, die Entscheidung soll laut Kühne in den Gremien von Holding und Stiftung fallen. Wirtschaftlich ist das der entscheidende Punkt, denn die Stiftung macht keine Angaben zu ihrem eigenen Vermögen und ist zugleich die vorgesehene Empfängerin des größten Teils davon.
Kühne + Nagel als Kern des Vermögens
Anteil und Geschäftszahlen
Zum Stichtag 31. Dezember 2025 hielt die Kühne Holding AG 55,4 Prozent der Stimmrechte an der Kühne + Nagel International AG, die Kühne-Stiftung weitere 4,7 Prozent, zusammen also rund 60,1 Prozent; ausgewiesen ist das im Geschäftsbericht 2025 vom 3. März 2026. Das Aktienkapital besteht aus 120.753.783 Namenaktien. Der Konzern erzielte 2025 einen Nettoumsatz von 24.476 Millionen Franken, das operative Ergebnis fiel von 1.654 auf 1.242 Millionen Franken, der Konzerngewinn von 1.230 auf 925 Millionen.
Die Dividende, nachgerechnet
Die Dividende aus Kühne + Nagel ist der belastbarste Teil der Einnahmen, weil sie sich aus öffentlichen Zahlen nachrechnen lässt. Die Generalversammlung am 6. Mai 2026 beschloss für das Geschäftsjahr 2025 eine Bruttodividende von 6,00 Franken je Namenaktie. Auf die 55,4 Prozent der Holding entfallen 66.897.596 Aktien, multipliziert mit 6,00 Franken ergibt das rund 401 Millionen Franken. Aus der Mehrheitsbeteiligung an Kühne + Nagel fließen der Kühne Holding damit rund 401 Millionen Franken brutto zu.
Auf die 4,7 Prozent der Stiftung entfallen nach derselben Rechnung 5.675.428 Aktien und rund 34 Millionen Franken. Wie eng dieses Einkommen am Frachtzyklus hängt, zeigt das Vorjahr: Für 2024 waren es 8,25 Franken je Aktie und damit rund 552 Millionen Franken auf das Holding-Paket.
Vom Speditionshaus zur Börsennotierung
Kühne ist Enkel des Mitgründers August Kühne. Er trat 1958 in das Familienunternehmen ein, übernahm 1966 den Vorstandsvorsitz und verlegte 1969 den Firmensitz in die Schweiz. In den Ölpreiskrisen der Siebzigerjahre brachte der Aufbau einer eigenen Reederei das Unternehmen in Schwierigkeiten, sodass Kühne 1981 die Hälfte der Anteile für 90 Millionen D-Mark an die britische Lonrho-Gruppe abgeben musste. Er kaufte das Paket 1992 für 340 Millionen Mark zurück und brachte Kühne + Nagel 1994 an die Börse; ohne diesen Rückkauf gäbe es die heutige Mehrheit nicht.
Zur Rolle des Unternehmens in der Zeit des Nationalsozialismus liegt eine unabhängige historische Untersuchung vor. Der Historiker Johannes Beermann-Schön veröffentlichte 2020 in dem Sammelband „Dispossession“ bei der University of Michigan Press eine Studie über deutsche Speditionsunternehmen zwischen 1933 und 1945. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass diese Firmen am Transport und an der Verwertung enteigneten jüdischen Eigentums beteiligt waren, und ordnet Kühne + Nagel dabei einen erheblichen Anteil an den Möbeltransporten aus den besetzten westeuropäischen Gebieten zu.
Reederei, Luftfahrt und weitere Beteiligungen
Die Beteiligung an Hapag-Lloyd
Über die Kühne Maritime GmbH stieg Kühne 2008 in das Hamburger Konsortium Albert Ballin ein, das Anteile an der Reederei Hapag-Lloyd vom Reisekonzern TUI übernahm. Nach der Fusion mit der arabischen UASC lag sein Anteil 2017 bei rund 14 Prozent, im Juni 2019 stockte er über die Sperrminorität von 25 Prozent auf, im April 2023 überschritt er die 30-Prozent-Marke und ist seither, mit Stichtag 31. März 2026, mit 30,0 Prozent ausgewiesen.
Auch hier lässt sich vorrechnen: Das Grundkapital besteht aus 175.760.293 Aktien, auf 30 Prozent entfallen 52.728.088 Stück, und die Hauptversammlung am 20. Mai 2026 beschloss für 2025 eine Dividende von 3,00 Euro je Aktie. Aus dem Hapag-Lloyd-Paket fließen Kühne damit rund 158 Millionen Euro zu. Für 2024 waren es bei 8,20 Euro je Aktie noch rund 432 Millionen Euro gewesen, denn die Reederei verdiente 2025 nur noch 924 Millionen Euro nach 2,4 Milliarden im Jahr zuvor.
Der Einstieg bei der Lufthansa
Die Luftfahrtbeteiligung baute Kühne innerhalb weniger Monate auf: Im März 2022 lag er bei knapp fünf Prozent, im April meldete er 10,01 Prozent, am 5. Juli 2022 überschritt er die Schwelle von 15 Prozent und war damit größter Einzelaktionär der Deutschen Lufthansa AG.
Abgebaut wurde die Beteiligung nicht, im Gegenteil. Am 8. Mai 2026 überschritt die Kühne Aviation GmbH die Schwelle von 20 Prozent der Stimmrechte, zugerechnet werden ihr rund 239,9 Millionen Aktien. Die Hauptversammlung beschloss am 12. Mai 2026 für 2025 eine Dividende von 0,33 Euro je Aktie, auf das Kühne-Paket entfallen daraus rund 79 Millionen Euro.
Brenntag, Flix und Aenova
Beim Chemiedistributor Brenntag SE meldete die Holding im Dezember 2025 einen Anteil von 20,10 Prozent und ist damit größte Aktionärin. Im April 2024 übernahm sie die Mehrheit am Pharmaauftragsfertiger Aenova, im Juli 2024 erwarb sie mit dem Investor EQT 35 Prozent an der Flix SE hinter FlixBus und FlixTrain; die Aufteilung dieser 35 Prozent ist nicht veröffentlicht.
Immobilien, Hamburg und der Hamburger SV
Hotels und Bauprojekte in Hamburg

Ende 2019 stieg Kühne über seine Holding bei der Signa Prime Selection AG ein, der Immobiliengesellschaft des Österreichers René Benko, und erhöhte am 5. August 2022 von rund 7,5 auf 10 Prozent; damit war er dort zweitgrößter Aktionär. Am 1. Dezember 2022 verlangte er die Rückabwicklung der Beteiligung, zustande kam sie nicht. Der FAZ sagte er am 16. November 2024, man habe dort eine halbe Milliarde Euro und damit fast den gesamten Einsatz verloren. Beim benachbarten Elbtower gehört die Holding einem Konsortium um die Becken Holding und den Drogerieunternehmer Dirk Roßmann an; ein Abschluss war Anfang Juni 2026 offen.
Das größte laufende Vorhaben ist der Opernneubau am Baakenhöft in der HafenCity, dem die Bürgerschaft am 26. November 2025 zustimmte. Die Stadt trägt gedeckelte 147,5 Millionen Euro an standortbedingten Mehrkosten, alle weiteren Baukosten die Kühne-Stiftung, die den fertigen Bau der Stadt schenkt.
Das Engagement beim Hamburger SV
Am bekanntesten ist Kühnes Engagement beim Hamburger SV. Es begann im Sommer 2010, als er für 12,5 Millionen Euro ein Drittel der Transferrechte an sechs Spielern erwarb. Es folgten Darlehen über 8,5 Millionen Euro für die Rückkehr von Rafael van der Vaart 2012, über 17 Millionen 2014, über 25 Millionen 2015 und über 20 Millionen für die Stadionsanierung 2022. Am 22. Januar 2015 wandelte er 18,75 Millionen Euro in 7,5 Prozent der HSV Fußball AG um, über weitere Wandlungen stieg sein Anteil 2017 auf 20,57 Prozent.
Im Juni 2018 kündigte er in der Sport Bild an, den Verein nicht mehr zu unterstützen, hielt sich daran aber nur teilweise: Ende 2021 verkaufte er 5,11 Prozent, 2023 zeichnete er eine Wandelanleihe über 30 Millionen Euro, die bei der Umwandlung in eine KGaA am 17. Februar 2025 in Anteile getauscht wurde. Am 26. Juni 2025 verkaufte er rund 7,5 Prozent an die Sparda-Bank Hamburg und lag danach bei rund 13,5 Prozent, zeitgleich sicherte sich die Holding erneut die Namensrechte am Volksparkstadion.
Zur Gesamtsumme sagte Kühne der FAZ im Januar 2020, er habe fast 100 Millionen Euro investiert, davon 60 Millionen in die Beteiligung; t-online kam im Oktober 2025 auf mehr als 140 Millionen Euro seit 2010. Damit spielt er in einer anderen Liga als Vereinsfunktionäre wie Aki Watzke oder die reichsten Menschen der Welt.
Häufige Fragen zu Klaus-Michael Kühne
Wie hoch ist das Vermögen von Klaus-Michael Kühne?
Wir schätzen es auf rund 36,17 Milliarden Euro. Den größten Teil macht die Mehrheitsbeteiligung an Kühne + Nagel aus, dazu kommen Hapag-Lloyd, die Lufthansa, Brenntag, Flix, Aenova und Immobilien.
Womit hat Klaus-Michael Kühne sein Vermögen verdient?
Mit Logistik. Er trat 1958 in das Speditionshaus seiner Familie ein und brachte Kühne + Nagel 1994 an die Börse. Vergleichbare Konstruktionen gibt es bei Susanne Klatten und Stefan Quandt.
Wie viel Dividende bekommt Klaus-Michael Kühne aus seinen Beteiligungen?
Für das Geschäftsjahr 2025 beschloss Kühne + Nagel 6,00 Franken je Aktie, woraus auf das Holding-Paket rund 401 Millionen Franken entfallen. Hapag-Lloyd schüttete 3,00 Euro je Aktie aus, also rund 158 Millionen Euro, die Lufthansa 0,33 Euro je Aktie, also rund 79 Millionen Euro.
Wer erbt das Vermögen von Klaus-Michael Kühne und welche Rolle spielt die Kühne-Stiftung?
Kühne hat keine Kinder. Das Vermögen der Kühne Holding AG soll nach seinem Ableben an die 1976 gegründete Kühne-Stiftung übergehen, die bereits heute 4,7 Prozent an Kühne + Nagel hält. Einen persönlich benannten Nachfolger gibt es nicht.
Wie viel Geld hat Klaus-Michael Kühne in den Hamburger SV gesteckt?
Im Januar 2020 sprach er selbst von fast 100 Millionen Euro, davon 60 Millionen für die Beteiligung; neuere Aufstellungen kommen ab 2010 auf über 140 Millionen.
Bildquellen:
Titelbild: Cekay [Copyrighted free use], via Wikimedia Commons
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