Auch im Damentennis wird das Karriere-Preisgeld offiziell mitgeschrieben: Die WTA führt eine ewige Liste darüber, wie viel jede Spielerin bei ihren Turnieren und bei den Grand Slams eingespielt hat. Diese Rangliste zeigt die Top-Verdienerinnen dieser Statistik, angeführt von Serena Williams, dahinter die Generation um Aryna Sabalenka und Iga Swiatek. Die Beträge stehen in US-Dollar, stammen aus der offiziellen Preisgeldliste der WTA und ziehen automatisch nach, sobald der Verband seine Liste fortschreibt. Das Gegenstück bei den Herren ist die Preisgeld-Rangliste der ATP.
Die ewige Rangliste der Damen-Tennis Preisgelder (WTA)
Zu jeder Spielerin nennt die Tabelle das gesamte Karriere-Preisgeld und die Nation. Gezählt werden nur die offiziell ausgeschriebenen Preisgelder aus WTA-Turnieren und Grand Slams, Einzel und Doppel zusammen. Die Liste reicht hinunter bis zu einem Karriere-Preisgeld von einer Million US-Dollar und umfasst damit auch Spielerinnen, die nie ein großes Turnier gewonnen haben.
Nicht enthalten sind Antrittsgelder, Prämien für Schaukämpfe, Sponsoren- und Ausrüsterverträge sowie Einnahmen aus eigenen Firmen und Beteiligungen. Wer die Rangliste als Einkommensliste liest, liegt deshalb bei den bekanntesten Namen um ein Mehrfaches zu tief.
Wer die Spitze der Rangliste besetzt
Serena Williams
An der Spitze steht Serena Williams, die Spielerin mit den meisten Grand-Slam-Titeln im Einzel in der Open Era. Über zwei Jahrzehnte hat sie die höchstdotierten Turniere fast immer bis in die Endphase gespielt, und dort liegt der Großteil des Geldes. Dazu kommen die Doppeltitel mit ihrer Schwester Venus, die in dieselbe Statistik einfließen. Ihre Summe verändert sich allerdings nicht mehr: Anfang September 2022 verlor sie bei den US Open ihr letztes Match und beendete ihre Karriere.
Aryna Sabalenka
Aryna Sabalenka ist die Spielerin, die am schnellsten nach oben klettert. Die Belarussin gewann im Januar 2023 bei den Australian Open ihren ersten Grand-Slam-Titel und stand am 11. September 2023 erstmals auf Platz eins der Weltrangliste. Weil sie bei den vier Grand Slams über Jahre hinweg fast durchgehend die Runden mit den hohen Prämien erreicht, wächst ihr Karriere-Preisgeld deutlich schneller als das der Generation vor ihr, die bei niedrigeren Preisgeldern angetreten ist.
Iga Swiatek
Iga Swiatek gewann ihren ersten großen Titel im Oktober 2020 bei den French Open, und Paris blieb ihr stärkstes Turnier. Im April 2022 übernahm die Polin nach dem Rücktritt von Ashleigh Barty die Weltranglistenspitze, im Juli 2025 gewann sie erstmals Wimbledon und damit auch auf Rasen. Neben dem Preisgeld ist sie eine der bestbezahlten Werbeträgerinnen des Sports, was in dieser Liste nicht auftaucht.
Coco Gauff
Coco Gauff stand schon als Teenagerin im Rampenlicht: Im Juli 2019 schlug sie in Wimbledon Venus Williams, ihren ersten Grand-Slam-Titel gewann sie im September 2023 bei den US Open, 2025 folgten die French Open. Der größte Einzelposten ihrer Bilanz kommt aber nicht von einem Slam, sondern von den WTA Finals 2024 in Riad. Weil sie früh angefangen hat und die Preisgelder ihrer Jahre die höchsten der Geschichte sind, steht sie in der ewigen Liste bereits vor Spielerinnen mit mehr großen Titeln.
Die Spielerinnen aus dem deutschsprachigen Raum
Steffi Graf
Steffi Graf steht in dieser Liste weit hinter Spielerinnen, die sie sportlich nie erreicht hätten. Der Grund ist nicht ihre Bilanz, sondern die Zeit: 1988 gewann sie alle vier Grand Slams und dazu olympisches Gold in Seoul, im August 1999 beendete sie ihre Karriere. Die Preisgelder ihrer Jahre lagen um ein Vielfaches unter den heutigen. Ihr Einkommen kam ohnehin überwiegend aus Werbeverträgen, ähnlich wie bei Boris Becker auf der Herrenseite.
Angelique Kerber
Angelique Kerber ist die erfolgreichste deutsche Spielerin nach Graf. Sie gewann 2016 die Australian Open und die US Open, 2018 Wimbledon, dazu holte sie in Rio de Janeiro olympisches Silber. Ihr Karriere-Preisgeld liegt deshalb deutlich über dem von Graf, obwohl sie weniger große Titel gewonnen hat. Im August 2024 beendete sie nach dem olympischen Turnier in Paris ihre Karriere, ihre Summe in der Liste ist damit endgültig.
Warum die Rangliste nicht das Einkommen zeigt
Werbeverträge schlagen das Preisgeld
Bei den bekanntesten Spielerinnen übersteigen die Werbeeinnahmen das Preisgeld um ein Mehrfaches. Maria Sharapova war elf Jahre in Folge die bestverdienende Sportlerin der Welt, bis Serena Williams sie 2016 in der Forbes-Aufstellung ablöste, und zwar in einer Zeit, in der ihr Preisgeld nie an das der Spitzengruppe heranreichte. Naomi Osaka setzte 2020 die nächste Marke: Forbes wies für sie 37,4 Millionen US-Dollar in zwölf Monaten aus, überwiegend aus Ausrüster- und Sponsorenverträgen.
Antrittsgelder und Schaukämpfe
Bei den kleineren Turnieren der WTA sind Antrittsgelder erlaubt, bei den Grand Slams und den großen Pflichtveranstaltungen nicht. Weil mehrere Turniere parallel stattfinden, kaufen die Veranstalter mit Hilfe ihrer Sponsoren die Zusage einer Topspielerin. Dasselbe gilt für Einladungsturniere und Schaukämpfe. In der offiziellen Preisgeldliste findet sich davon kein Cent.
Steuern und Kosten
Ein Preisgeld ist keine Netto-Summe. Es wird im Land des Turniers versteuert, Sponsorengelder dagegen am Wohnsitz, was die Adressen in Monaco, Dubai oder der Schweiz erklärt. Vom Rest gehen Trainerin oder Trainer, Physiotherapie und die Reisekosten eines Teams ab, das das ganze Jahr unterwegs ist. Jenseits der Top 100 bleibt davon wenig übrig, und genau dort endet für viele Spielerinnen die Karriere aus finanziellen Gründen.
Wie die Gleichstellung beim Preisgeld kam
Von 750 Pfund zur gleichen Prämie
Als Wimbledon 1968 erstmals Profis zuließ und Preisgeld ausschüttete, erhielt Sieger Rod Laver 2.000 Pfund, Siegerin Billie Jean King 750 Pfund. King gründete 1973 mit acht Mitstreiterinnen die WTA und drohte im selben Jahr mit einem Boykott der US Open, woraufhin das Turnier als erster Grand Slam gleiches Preisgeld zahlte. Die anderen drei brauchten Jahrzehnte: Die Australian Open zogen 2001 nach, die French Open zahlten 2006 erstmals gleiche Siegprämien, und Wimbledon war 2007 das letzte Turnier, das umstellte. Erste Siegerin unter gleichen Bedingungen in London war Venus Williams.
Warum die Summen der Jüngeren so schnell wachsen
Heute schütten die Grand Slams für Frauen und Männer identische Summen aus. Wimbledon verteilte 2026 insgesamt 64,2 Millionen Pfund, allein die beiden Einzelsiege waren mit je 3,6 Millionen Pfund dotiert. Dazu ist das Geld breiter verteilt: Schon eine Niederlage in der ersten Runde eines Grand Slams bringt einen sechsstelligen Betrag.
Außerhalb der Slams ist der Sprung noch größer. Bei den WTA Finals 2024 in Riad lag der Gesamttopf bei 15,25 Millionen US-Dollar, ein Plus von rund 69 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Siegerin Coco Gauff nahm rund 4,8 Millionen US-Dollar mit, die höchste Einzelprämie, die je bei einem Frauenturnier ausgeschüttet wurde.
Häufige Fragen zum WTA-Preisgeld
Wer hat im Damentennis das meiste Preisgeld verdient?
Serena Williams führt die ewige Preisgeldliste der WTA an. Sie hat mehr Grand-Slam-Titel im Einzel gewonnen als jede andere Spielerin der Open Era und über zwei Jahrzehnte fast durchgehend die Endrunden der höchstdotierten Turniere erreicht, dazu kommen die Preisgelder aus dem Doppel.
Warum steigt Serena Williams nicht mehr in der Liste?
Weil sie seit ihrem letzten Match bei den US Open im September 2022 keine Turniere mehr spielt. Ihr Karriere-Preisgeld ist damit endgültig, während die Aktiven weiter aufrücken. Denselben Effekt zeigt die Liste bei Steffi Graf und Angelique Kerber.
Was zählt in die WTA-Preisgeldliste?
Alle offiziell ausgeschriebenen Preisgelder aus WTA-Turnieren und Grand Slams, Einzel und Doppel zusammengenommen. Nicht gezählt werden Antrittsgelder, Prämien aus Schaukämpfen, Sponsorenverträge und Einnahmen aus eigenen Beteiligungen.
Verdienen Tennisspielerinnen weniger als Tennisspieler?
Bei den vier Grand Slams nicht, dort sind die Preisgelder seit 2007 in allen Runden gleich. Außerhalb der Slams ist der Unterschied groß, weil die ATP-Turniere im Schnitt höhere Töpfe ausschütten. In der ewigen Liste wirkt zusätzlich nach, dass die Gleichstellung erst spät kam.
Gibt es eine gemeinsame Liste mit den Herren?
Nein, beide Verbände führen ihre eigene Statistik. Die Werte der Männer stehen in der Tennis Preisgeld-Rangliste der ATP, angeführt von Novak Djokovic.
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