Andrew Mountbatten-Windsor, jahrzehntelang als Prinz Andrew und als Herzog von York bekannt, ist der zweite Sohn von Queen Elizabeth II. und Prinz Philip und der jüngere Bruder von König Charles III. Anders als sein Bruder verfügte er nie über ein Herzogtum mit Grundbesitz und damit nie über ein Erbeinkommen. Seine Lage ist deshalb ein wirtschaftlicher Sonderfall im Königshaus: Er nimmt keine öffentlichen Aufgaben wahr, wird nicht aus dem Sovereign Grant bezahlt und bewohnt kein Haus, das ihm gehört. Wir schätzen das Vermögen von Prinz Andrew auf rund 3 Millionen Euro.
Wie hoch ist das Vermögen von Prinz Andrew?
Die Schätzung stützt sich auf das, was sich datieren und beziffern lässt: zwei abgeschlossene Immobiliengeschäfte auf der Einnahmenseite, mehrere große Kostenblöcke der vergangenen Jahre und eine sehr schmale laufende Einnahmenseite. Nach unserer Schätzung kommt Prinz Andrew auf rund 3 Millionen Euro. Das ist ein Bruchteil dessen, was den übrigen erwachsenen Mitgliedern der Familie zugerechnet wird, und der Grund dafür ist keine Vermutung, sondern eine Struktur: Ihm fehlt jede Quelle, aus der ein Mitglied des Königshauses gewöhnlich Geld bezieht.
Die laufenden Einnahmen sind schmal
Für die Unterkunft auf dem Anwesen Sandringham, die er im Februar 2026 bezog, kommt der König nach Angaben des Palasts privat auf. Sandringham ist Privatbesitz des Monarchen und keine Krondotation, öffentliche Mittel sind daran nicht beteiligt. Die Höhe dieser Leistung ist nicht offengelegt und geht deshalb auch nicht in unsere Schätzung ein.
Warum es kein Erbeinkommen gibt
Der Kern des Falls liegt in einer Zuständigkeit, die es bei ihm nie gab. König Charles bezog als Thronfolger die Erträge des Herzogtums Cornwall, heute fließen sie an Prinz William. Für den zweitgeborenen Sohn ist ein solcher Fonds nicht vorgesehen, und auch der Sovereign Grant ist kein Einkommen einzelner Familienmitglieder, sondern ein Zuschuss für die Amtsführung des Staatsoberhaupts. Wer keine öffentlichen Aufgaben wahrnimmt, wird daraus nicht bezahlt; dasselbe gilt für Prinz Harry und Meghan Markle, die ihr Geld seit dem Rückzug aus den royalen Pflichten selbst verdienen. Wie sich die Geldflüsse im Königshaus insgesamt aufteilen, steht in unserem Überblick zu den Finanzen der britischen Royals.
Marine, Handelsamt und was daran verdient war
Royal Navy und die Pension
Andrew trat 1979 in die Royal Navy ein und wurde zum Hubschrauberpiloten ausgebildet. Im Falklandkrieg 1982 flog er von der HMS Invincible aus Einsätze, unter anderem zur U-Boot-Abwehr und zum Verwundetentransport. Im aktiven Dienst blieb er bis 2001 und erreichte den Rang eines Commander. Aus diesen zweiundzwanzig Jahren stammt die Pension, die heute seine einzige belegte regelmäßige Einnahme ist.
Zehn Jahre Handelsbeauftragter ohne Gehalt
Von 2001 bis 2011 war Andrew Sonderbeauftragter des Vereinigten Königreichs für internationalen Handel und Investitionen. Er arbeitete für die Regierungsstelle UK Trade & Investment, die dem Außenministerium und dem Wirtschaftsressort gemeinsam unterstellt war, und warb im Ausland für britische Unternehmen. Ein Gehalt war mit dem Amt nicht verbunden. Bezahlt wurden Reisen und Aufwendungen aus öffentlichen Mitteln. Wirtschaftlich heißt das: Aus dem sichtbarsten Abschnitt seiner Laufbahn nach der Marine ist ihm kein Einkommen zugeflossen. 2011 gab er das Amt ab.
Was an Ämtern und Titeln wegfiel
Im Jahr 2022 gab Andrew seine militärischen Ehrenämter und seine Schirmherrschaften ab und führte die Anrede His Royal Highness nicht mehr. Am 30. Oktober 2025 teilte der Buckingham Palace mit, dass ihm Stil, Titel und Ehrungen entzogen sind; seither trägt er den Namen Andrew Mountbatten-Windsor. Am selben Tag wurde er per königlichem Erlass aus der Roll of the Peerage gestrichen. Für die Aufhebung des Herzogtums selbst ist ein Gesetz nötig, ein entsprechender Entwurf wurde am 31. Oktober 2025 im Unterhaus eingebracht. Auf die Einnahmen wirkt das nur mittelbar, denn an einem Titel hängt im Vereinigten Königreich kein Geld. Ohne Amt und ohne Titel gibt es allerdings auch keinen Anlass mehr für eine Zahlung aus dem Haushalt des Königshauses.
Immobilien, Verkäufe und Kostenblöcke
Royal Lodge war ein Pachtvertrag, kein Eigentum
Genau diese Klausel ist der wirtschaftlich interessante Punkt, denn sie greift nicht. Der Höchstbetrag lag bei 488.000 Pfund. Das Crown Estate teilte dem Public Accounts Committee des Unterhauses mit, der Zustand des Hauses und die anstehenden Instandsetzungen machten eine Ausgleichszahlung aller Wahrscheinlichkeit nach gegenstandslos. Aus der Vorauszahlung von 2003 kommt damit nichts zurück. Die Vertragsbedingungen von damals bezeichneten die Kommissare des Crown Estate gegenüber den Abgeordneten als marktgerecht.
Die Kündigung ging am 30. Oktober 2025 ein, mit einem Jahr Frist. Ausgezogen ist er im Februar 2026 und auf das Anwesen Sandringham in Norfolk gewechselt, das dem König privat gehört. Damit besitzt er keine Immobilie und trägt auch keine Miete aus eigenen Mitteln.
Sunninghill Park, der größte belegte Zufluss
Sunninghill Park bei Windsor war ein Hochzeitsgeschenk der Queen an das Paar im Jahr 1986. Das Haus mit zwölf Schlafzimmern wurde 2007 verkauft. Der Kaufpreis lag bei 15 Millionen Pfund und ist damit der größte einzelne Geldzufluss, der sich in seiner Biografie belegen lässt. Aus dem Erlös sind über die Jahre danach der Unterhalt von Royal Lodge und der Erwerb einer zweiten Immobilie finanziert worden.
Das Chalet in Verbier und wie es endete
2014 erwarb Andrew gemeinsam mit seiner früheren Frau Sarah Ferguson ein Chalet im Schweizer Wintersportort Verbier. Der Kaufpreis wurde nicht vollständig beglichen, weshalb die Verkäuferin den Restbetrag vor einem Schweizer Gericht einklagte. Ende 2021 wurde die Forderung bezahlt, 2022 folgte der Verkauf des Chalets. Der Erlös wurde in Berichten mit rund 19 Millionen Pfund angegeben; davon gingen die Restforderung und die Verfahrenskosten ab. Es war die zweite und letzte Immobilie in seinem Eigentum.
Der Vergleich von 2022 als Kostenblock
Im Februar 2022 endete eine Zivilklage in New York durch einen außergerichtlichen Vergleich ohne Schuldanerkenntnis. Die Höhe der Vergleichssumme wurde nicht offengelegt, und zur Finanzierung äußerte sich der Buckingham Palace nicht. Wirtschaftlich schlägt der Vorgang als Kostenblock aus drei Teilen zu Buche: der Zahlung selbst, einer vereinbarten Zuwendung an eine Organisation der Klägerin und den Anwaltskosten des Verfahrens. Zeitlich fiel er mit dem Verkauf des Chalets in Verbier zusammen, das damals sein einziger verwertbarer Vermögensgegenstand war.
Häufige Fragen zu Prinz Andrew
Wie hoch ist das Vermögen von Prinz Andrew?
Wir schätzen es auf rund 3 Millionen Euro. Die Schätzung speist sich aus den beiden belegten Immobilienverkäufen, den Kostenblöcken der Jahre danach und einer laufenden Einnahmenseite, die im Wesentlichen aus der Marinepension besteht.
Woher stammt das Vermögen von Prinz Andrew?
Aus zwei abgeschlossenen Immobiliengeschäften und einer Pension. Der Verkauf von Sunninghill Park brachte 2007 fünfzehn Millionen Pfund, der Verkauf des Chalets in Verbier 2022 einen Erlös in zweistelliger Millionenhöhe. Ein Erbeinkommen aus einem Herzogtum hat er nie bezogen.
Wie hoch ist die Marinepension von Prinz Andrew?
Sie wird mit rund 20.000 Pfund im Jahr angegeben und stammt aus dem Dienst in der Royal Navy, den er 2001 beendete.
Bekommt Prinz Andrew öffentliche Mittel?
Nein. Er nimmt keine öffentlichen Aufgaben wahr und wird nicht aus dem Sovereign Grant bezahlt. Die Unterkunft auf dem Anwesen Sandringham finanziert König Charles nach Angaben des Palasts privat.
Wem gehört Royal Lodge?
Dem Crown Estate. Andrew hielt dort ab 2003 einen Pachtvertrag über 75 Jahre und kündigte ihn am 30. Oktober 2025. Ein Kaufrecht war damit nicht verbunden.
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