Wie viel ein deutscher Spitzenpolitiker verdient, ist keine Schätzung und kein Betriebsgeheimnis. Jeder Betrag steht in einem Gesetz. Das Abgeordnetengesetz regelt, was ein Mitglied des Bundestages bekommt, das Bundesministergesetz die Bezüge von Kanzler und Kabinett, und für Parlamentarische Staatssekretäre gibt es ein eigenes Gesetz. Trotzdem kennt kaum jemand die tatsächlichen Zahlen, weil sie über ein Dutzend Paragrafen und Amtsseiten verstreut sind. Dieser Überblick führt sie zusammen.

Was Deutschlands Spitzenpolitiker verdienen

Die folgende Übersicht zeigt die reinen Amtsbezüge, also das, was als steuerpflichtiges Einkommen ankommt. Über die Schalter lassen sich die steuerfreien Pauschalen zuschalten und Monats- gegen Jahresbeträge tauschen. Unter jedem Bruttowert steht, was nach Steuern übrig bleibt.

AmtBezug
iWoher die Zahlen stammen

Alle Beträge sind gesetzlich festgelegt und stammen nicht aus Schätzungen. Die Abgeordnetenentschädigung wird jedes Jahr zum 1. Juli an den Nominallohnindex angepasst, die steuerfreie Kostenpauschale zum 1. Januar an die Lebenshaltungskosten. Die Amtsgehälter der Regierung sind an die Beamtenbesoldung gekoppelt, werden davon aber immer wieder durch eigene Gesetze abgekoppelt.

Zur Nettoansicht: Es handelt sich um eine Modellrechnung nach dem Einkommensteuertarif 2026, Grundtarif ohne Kirchensteuer. Steuerfreie Pauschalen sind ungekürzt enthalten. Was am Ende auf dem Konto landet, hängt vom Einzelfall ab. Die Beträge sind dort nach Abzug von Einkommensteuer und Solidaritätszuschlag ausgewiesen. Abgeordnete und Regierungsmitglieder zahlen keine Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung, deshalb sind nur Einkommensteuer und Solidaritätszuschlag abgezogen. Gerechnet wird nach dem Grundtarif des Veranlagungszeitraums 2026 mit einem Grundfreibetrag von 12.348 Euro, ohne Kirchensteuer und ohne weitere Einkünfte. Der Solidaritätszuschlag greift ab einer Steuerschuld von 20.350 Euro. Der Abzug wird immer aus dem vollen steuerpflichtigen Jahreseinkommen des Amtes ermittelt und als Durchschnittssatz angewendet, auch in der Ansicht ohne Pauschalen. Kostenpauschale, Dienstaufwandsentschädigung und Aufwandsgeld sind steuerfrei und daher ungekürzt enthalten, die Beiträge zur privaten Kranken- und Pflegeversicherung sind nicht abgezogen, weil sie individuell ausfallen.

In der Ansicht mit Pauschalen sind Kostenpauschale, Dienstaufwandsentschädigung und Ortszuschlag enthalten. Regierungsmitglieder, die zugleich ein Mandat haben, bekommen ihre Diät nur zur Hälfte und die Kostenpauschale zu drei Vierteln. Das Mitarbeiterbudget der Abgeordneten ist nirgends enthalten, weil es nicht an den Abgeordneten fließt, sondern an dessen Beschäftigte.

    Angaben nach Abgeordnetengesetz, Bundesministergesetz und ParlStG.

    Die Reihenfolge überrascht die meisten Leser

    Friedrich Merz Gehalt Beim reinen Amtsgehalt sitzt der bestbezahlte Posten der deutschen Politik nicht im Kanzleramt, sondern an der Spitze des Parlaments. Wer dem Bundestag vorsitzt, kommt auf rund 3.000 Euro im Monat mehr als der Bundeskanzler. Der Grund ist eine Amtszulage, die die Abgeordnetenentschädigung schlicht verdoppelt.

    Rechnet man die steuerfreien Pauschalen mit, dreht sich das Bild. Der Kanzler bekommt zusätzlich eine Dienstaufwandsentschädigung, einen Ortszuschlag und als Abgeordneter die halbe Diät, und zieht damit wieder vorbei. Wer die Frage nach dem bestbezahlten Amt beantworten will, muss also sagen, was er mitzählt.

    Der Präsident erhält eine monatliche Amtszulage in Höhe eines Monatsbetrages nach Absatz 1, seine Stellvertreter in Höhe der Hälfte des Monatsbetrages nach Absatz 1 und die Vorsitzenden der Ausschüsse in Höhe von 15 vom Hundert des Monatsbetrages nach Absatz 1.

    § 11 Absatz 2 Abgeordnetengesetz

    Auch der Bundespräsident liegt über dem Kanzler, und zwar bei zehn Neunteln von dessen Amtsgehalt. Das ist so gewollt, weil das Staatsoberhaupt protokollarisch an der Spitze steht.

    Die Diäten und was sich 2026 daran geändert hat

    Abgeordnetengehalt Deutschland Die Abgeordnetenentschädigung wird jedes Jahr zum 1. Juli automatisch an den Nominallohnindex angepasst. Die Abgeordneten müssen darüber nicht abstimmen, das Verfahren läuft von selbst. Genau deshalb war der Sommer 2026 ein Sonderfall.

    Die Anpassung hätte ein Plus von 4,2 Prozent bedeutet, also 12.330,48 Euro statt 11.833,47 Euro. Der erhöhte Betrag wurde im Juli auch tatsächlich ausgezahlt. Am 10. Juli 2026 beschloss der Bundestag dann einstimmig, auf die Erhöhung zu verzichten, und begründete das mit der Haushaltslage. Die Rückabwicklung lief über die Augustzahlung, die deshalb mit 11.336,46 Euro unter dem regulären Satz lag. Ab dem 1. September 2026 gilt wieder der alte Betrag, die nächste reguläre Anpassung greift am 1. Juli 2027.

    Die steuerfreie Pauschale ist der eigentliche Streitpunkt

    Neben der Diät steht jedem Abgeordneten eine Amtsausstattung zu. Ihr größter Posten ist die Kostenpauschale von 5.467,27 Euro im Monat, die zum 1. Januar an die Lebenshaltungskosten angepasst wird. Sie ist steuerfrei und muss nicht belegt werden, deckt dafür aber sämtliche Mandatskosten ab, vom Wahlkreisbüro bis zur Zweitwohnung in Berlin. Im Gegenzug kann ein Abgeordneter keine mandatsbezogenen Werbungskosten geltend machen.

    Getrennt davon steht ein Budget für Mitarbeiter, das derzeit bei 27.396 Euro monatlich liegt. Dieses Geld fließt nicht an den Abgeordneten, sondern über die Bundestagsverwaltung an dessen Beschäftigte. Wer es zum Einkommen dazuzählt, kommt auf Zahlen, die im Umlauf sind, aber nichts mit dem Konto eines Abgeordneten zu tun haben.

    Was netto übrig bleibt

    Auf die Bruttobeträge folgt fast immer dieselbe Frage, und sie wird nirgends beantwortet: Was landet tatsächlich auf dem Konto? Die Rechnung ist unbequem, aber machbar, weil bei Politikern zwei Dinge anders sind als bei Angestellten.

    Warum die Abzüge kleiner ausfallen als erwartet

    Abgeordnete und Regierungsmitglieder zahlen keine Beiträge zur Renten- und zur Arbeitslosenversicherung. Ihre Altersversorgung läuft über die Altersentschädigung und das Ruhegehalt, beides finanziert der Bund. Vom Bruttobetrag gehen deshalb nur Einkommensteuer und Solidaritätszuschlag ab, bei Kirchenmitgliedern zusätzlich die Kirchensteuer.

    Dafür tragen sie ihre Kranken- und Pflegeversicherung selbst. Zu diesen Kosten gibt es einen Zuschuss, ihre Höhe hängt aber vom Einzelfall ab und lässt sich nicht pauschal beziffern. Die Nettowerte in der Übersicht oben lassen sie deshalb außen vor.

    Die zweite Besonderheit sind die steuerfreien Teile

    Kostenpauschale, Dienstaufwandsentschädigung und das Aufwandsgeld des Bundespräsidenten sind steuerfrei. Sie erhöhen also den ausgezahlten Betrag, ohne die Steuerlast zu erhöhen. Das verschiebt das Verhältnis von brutto zu netto sichtbar nach oben, sobald man die Pauschalen zuschaltet.

    Beim Kanzler rutscht das steuerpflichtige Jahreseinkommen über die Grenze von 277.825 Euro und damit in die höchste Tarifstufe mit 45 Prozent. Ein einfacher Abgeordneter bleibt darunter und wird mit 42 Prozent besteuert.

    Was das im Verhältnis zum eigenen Gehalt bedeutet

    Abstrakte Beträge sagen wenig. Der folgende Rechner setzt die Amtsbezüge ins Verhältnis zu einem selbst eingegebenen Bruttogehalt.

    Dein Jahresgehalt 45.000 €

    So lange braucht ein Amtsträger für dein komplettes Jahresgehalt.

    iWoher die Zahlen stammen

    Verglichen werden die reinen Amtsbezüge ohne steuerfreie Pauschalen, jeweils brutto gegen brutto. Der eingegebene Wert wird als Jahresbrutto verstanden.

    Angaben nach Abgeordnetengesetz, Bundesministergesetz und ParlStG.

    Die Bezüge der Bundesregierung

    Wie Kanzler und Minister bezahlt werden

    Bundeskanzler Gehalt Das Bundesministergesetz koppelt die Amtsgehälter an die höchste Besoldungsgruppe der Bundesbeamten. Der Kanzler bekommt das Eineinzweidrittelfache, ein Bundesminister das Eineindrittelfache. Daraus ergibt sich ein festes Verhältnis: Ein Bundesminister verdient exakt vier Fünftel des Kanzlergehalts.

    Die Formel wird allerdings regelmäßig ausgesetzt. Sogenannte Nichtanpassungsgesetze haben die Amtsgehälter unter anderem 1993, 2003, 2008, 2010 und zuletzt 2021 von der allgemeinen Besoldungsentwicklung abgekoppelt. Wer die Formel naiv auf die aktuelle Besoldungstabelle anwendet, landet deshalb bei einem Kanzlergehalt von über 28.000 Euro. Diese Zahl kursiert in sozialen Netzwerken, ausgezahlt wird sie nicht.

    Zum Amtsgehalt kommen eine Stellenzulage von 30,68 Euro, ein Ortszuschlag von mindestens 1.187,26 Euro und eine steuerfreie Dienstaufwandsentschädigung, die beim Kanzler 12.271,01 Euro im Jahr beträgt. Der Ortszuschlag entfällt, wenn die Amtswohnung genutzt wird. Wie sich das im Einzelfall summiert, zeigt der Artikel zum Vermögen von Friedrich Merz.

    Amtsbezüge seit Amtsantritt 0 Euro
    Gehalt pro Monat 0 Euro, inklusive Pauschalen
    Im Amt seit
    Tage im Amt
    Verdienst pro Sekunde
    Stundenlohn
    Verdienst pro Tag

    Woraus sich die monatliche Zahlung zusammensetzt

    iWoher die Zahlen stammen

    Alle Beträge sind gesetzlich festgelegt und stammen nicht aus Schätzungen. Der Zähler verteilt das Amtsgehalt gleichmäßig über die Amtszeit und lässt Pauschalen sowie zwischenzeitliche Anpassungen außen vor. Die Aufschlüsselung darunter zeigt die volle Monatszahlung inklusive Pauschalen.

      Angaben nach Abgeordnetengesetz, Bundesministergesetz und ParlStG.

      Warum das Mandat halbiert wird

      Fast alle Regierungsmitglieder sitzen zugleich im Bundestag. Beide Bezüge voll zu kassieren, ist ihnen aber verwehrt. Nach § 29 des Abgeordnetengesetzes wird die Diät auf die Hälfte gekürzt und die Kostenpauschale auf 75 Prozent. Für den Kanzler bedeutet das zusätzlich 5.916,74 Euro und 4.100,45 Euro.

      Diese Anrechnung ist der häufigste Fehler in fremden Aufstellungen. Wer Amtsgehalt und volle Diät addiert, kommt auf mehrere Tausend Euro zu viel. Auf Landesebene gilt dasselbe Prinzip, nachzurechnen am Vermögen von Markus Söder.

      Die Ebene darunter

      Parlamentarische Staatssekretäre bekommen 75 Prozent der Bezüge eines Ministers, also 13.168,67 Euro seit dem 1. Mai 2026. Die Kürzung ihres Mandats funktioniert genauso wie bei den Ministern. Wie sich eine solche Laufbahn rechnet, zeigen die Artikel zu Philipp Amthor und zu Jens Spahn, der vom Parlamentarischen Staatssekretär bis ins Kabinett aufstieg. Beamtete Staatssekretäre sind dagegen keine Politiker, sondern Beamte in der höchsten Besoldungsgruppe.

      Was nach dem Ausscheiden gezahlt wird

      Für die öffentliche Debatte ist dieser Teil oft brisanter als das laufende Gehalt, weil die Ansprüche lange nachwirken.

      Übergangsgeld

      Ein ausgeschiedener Abgeordneter erhält für jedes Mandatsjahr eine Monatsdiät als Übergangsgeld, höchstens jedoch 18 Monate lang. Ab dem zweiten Monat wird anderes Erwerbseinkommen angerechnet.

      Für Regierungsmitglieder gilt eine eigene Regel. Sie bekommen in den ersten drei Monaten das volle Amtsgehalt weiter, danach die Hälfte, mindestens ein halbes Jahr und höchstens zwei Jahre lang. Weil die Mindestdauer nicht an eine Mindestamtszeit gekoppelt ist, entsteht der Effekt, über den regelmäßig gestritten wird: Schon nach einem einzigen Tag im Amt entsteht ein Anspruch von rund 75.000 Euro. Anträge, diese Regelung zu kürzen, gab es aus der Opposition mehrfach, verabschiedet wurde bislang keiner. Wie hoch der Anspruch nach einer vollen Amtszeit ausfällt, lässt sich beim Vermögen von Olaf Scholz und bei Christian Lindner nachvollziehen.

      12 Jahre
      LeistungHöhe
      Übergangsgeld nach dem Mandateine Monatsdiät je Mandatsjahr, höchstens 18 Monate bis 213.002 Euro
      Altersentschädigung, Höchstsatz65 Prozent der Diät nach 26 Mandatsjahren 7.692 Euro im Monat
      Übergangsgeld für Regierungsmitgliederdrei Monate volles Amtsgehalt, danach die Hälfte, längstens zwei Jahre bis 279.118 Euro
      Ruhegehalt für Regierungsmitgliederab vier Amtsjahren 27,74 Prozent, gedeckelt bei 71,75 Prozent 4.588 Euro bis 14.835 Euro im Monat
      iWoher die Zahlen stammen

      Die Altersentschädigung steigt je Mandatsjahr um 2,5 Prozent der Abgeordnetenentschädigung und ist bei 65 Prozent nach 26 Mandatsjahren gedeckelt. Die Ansprüche nach dem Ausscheiden sind gesetzlich geregelt. Übergangsgeld und Altersentschädigung der Abgeordneten hängen an der Zahl der Mandatsjahre, das Ruhegehalt der Regierungsmitglieder an der Amtszeit. Individuelle Ansprüche werden nicht veröffentlicht.

      • Übergangsgeld nach dem Mandat§ 18 AbgG
      • Altersentschädigung, Höchstsatz§ 20 AbgG
      • Übergangsgeld für Regierungsmitglieder§ 14 BMinG
      • Ruhegehalt für Regierungsmitglieder§ 15 BMinG

      Angaben nach Abgeordnetengesetz, Bundesministergesetz und ParlStG.

      Altersentschädigung der Abgeordneten

      Die Rente eines Abgeordneten heißt Altersentschädigung und steigt mit jedem Mandatsjahr um 2,5 Prozent der Diät. Nach zwei Wahlperioden sind das rund 20 Prozent, der Höchstsatz von 65 Prozent wird nach 26 Jahren erreicht. Ausgezahlt wird ab dem 67. Lebensjahr, ein vorzeitiger Bezug ab 63 kostet 0,3 Prozent Abschlag je Monat. Bei langjährigen Abgeordneten wie Claudia Roth ist das der größte einzelne Vermögensbaustein.

      Ruhegehalt der Regierungsmitglieder

      Wer mindestens vier Jahre der Bundesregierung angehört hat, erwirbt einen eigenen Ruhegehaltsanspruch. Er beginnt bei 27,74 Prozent des Amtsgehalts und wächst je weiterem Amtsjahr um gut zwei Prozentpunkte, gedeckelt bei 71,75 Prozent. Wer knapp unter vier Jahren bleibt, bekommt gar nichts: Die Ministerinnen und Minister des Kabinetts Scholz kamen auf rund 41 Monate, darunter Annalena Baerbock.

      Wie sich der Höchstsatz nach sechzehn Amtsjahren auswirkt, zeigt das Vermögen von Angela Merkel. Ehemalige Bundespräsidenten stehen noch einmal anders da. Sie erhalten lebenslang einen Ehrensold in Höhe ihrer früheren Amtsbezüge, unabhängig davon, wie lange sie im Amt waren.

      Die Büros der Altkanzler haben bis heute kein Gesetz

      Ausgeschiedene Bundeskanzler bekommen Büro, Personal und Dienstwagen gestellt. Eine gesetzliche Grundlage dafür gibt es nicht, die Ausstattung beruht allein auf Beschlüssen des Haushaltsausschusses. Zwei Gesetzentwürfe zur Befristung, eingebracht 2019 und 2022, wurden nie verabschiedet. Als der Haushaltsausschuss das Büro von Gerhard Schröder 2022 ruhend stellte, klagte dieser dagegen. Das Bundesverwaltungsgericht erklärte sich am 10. April 2025 für unzuständig und verwies den Streit ans Bundesverfassungsgericht.

      Länder, EU und der Rest der Republik

      Die Ministerpräsidenten der Länder werden nach demselben Muster bezahlt wie die Bundesregierung, also als Vielfaches der höchsten Beamtenbesoldung. Weil jedes Land seine eigene Besoldungstabelle und seinen eigenen Zuschlag hat, gehen die Bezüge deutlich auseinander. Die großen Länder liegen an der Spitze, kleinere Länder zahlen ihren Regierungschefs mehrere Tausend Euro weniger im Monat. Nordrhein-Westfalen zählt zu den bestzahlenden Ländern, was sich am Vermögen von Armin Laschet ablesen lässt.

      Deutlich darüber liegt die europäische Ebene. Ein Mitglied des Europäischen Parlaments erhält 11.255,26 Euro brutto im Monat, gesetzlich festgelegt auf 38,5 Prozent des Grundgehalts eines Richters am Europäischen Gerichtshof, dazu eine allgemeine Kostenvergütung und Tagegelder. Die Spitze der Europäischen Kommission kommt auf rund 35.800 Euro monatlich und damit auf mehr als das Anderthalbfache des deutschen Bundeskanzlers, nachzulesen beim Vermögen von Ursula von der Leyen. Beide Ebenen zugleich durchlaufen hat Martin Schulz, der Präsident des Europäischen Parlaments und danach Bundestagsabgeordneter war.

      Wo die Zahlen aufhören, öffentlich zu sein

      Für Fraktionsvorsitzende und Parlamentarische Geschäftsführer gibt es keinen gesetzlichen Satz. Ihre Zulagen stammen aus Fraktionsmitteln, jede Fraktion legt sie selbst fest, und die Höhe wird nicht einheitlich veröffentlicht. Deshalb findet sich zu diesen Ämtern nirgends eine belastbare Zahl. Wie weit die Schätzungen auseinandergehen, zeigt der Fall von Alice Weidel, bei der für den Fraktionsvorsitz Beträge zwischen einer halben und einer ganzen zusätzlichen Diät kursieren.

      Nebeneinkünfte sind dagegen transparent geregelt. Seit einer Reform der Verhaltensregeln müssen Abgeordnete sie auf Euro und Cent angeben, sobald sie 1.000 Euro im Monat oder 3.000 Euro im Jahr übersteigen. Veröffentlicht werden sie auf den Abgeordnetenprofilen des Bundestages.

      Häufige Fragen zu den Gehältern deutscher Politiker

      Wie viel verdient der Bundeskanzler?

      Das Amtsgehalt beträgt 20.675 Euro im Monat. Mit Stellenzulage, Ortszuschlag, steuerfreier Dienstaufwandsentschädigung sowie der halben Diät und drei Vierteln der Kostenpauschale aus dem Mandat sind es 32.933 Euro im Monat.

      Was bleibt dem Bundeskanzler netto?

      Nach Einkommensteuer und Solidaritätszuschlag bleiben rechnerisch 21.442 Euro im Monat, im Jahr 257.305 Euro. Renten- und Arbeitslosenversicherung fallen nicht an, die Kranken- und Pflegeversicherung zahlt er selbst.

      Was verdient ein Bundestagsabgeordneter netto?

      Von der Diät und der steuerfreien Kostenpauschale bleiben rechnerisch 13.036 Euro im Monat. Die Kostenpauschale ist darin enthalten, sie ist allerdings für Wahlkreisbüro und Zweitwohnung bestimmt und steht nicht zur freien Verfügung.

      Wer ist der bestbezahlte Politiker Deutschlands?

      Das hängt davon ab, was mitgezählt wird. Beim reinen Amtsgehalt liegt die Spitze des Bundestages mit 23.667 Euro im Monat vorn, weil die Amtszulage die Abgeordnetenentschädigung verdoppelt. Rechnet man die steuerfreien Pauschalen und die anteilige Diät mit, zieht der Bundeskanzler wieder vorbei.

      Wie hoch sind die Diäten im Bundestag?

      Die Abgeordnetenentschädigung liegt bei 11.833,47 Euro im Monat und ist voll steuerpflichtig. Hinzu kommt eine steuerfreie Kostenpauschale von 5.467,27 Euro, die alle Mandatskosten abdecken soll.

      Bekommen Bundestagsabgeordnete eine Pension?

      Ja, sie heißt Altersentschädigung. Je Mandatsjahr entstehen 2,5 Prozent der Abgeordnetenentschädigung als Anspruch, der Höchstsatz liegt bei 65 Prozent nach 26 Jahren im Parlament.

      Warum bekommen Minister ihre Diäten nur zur Hälfte?

      Weil das Abgeordnetengesetz eine Doppelvergütung ausschließt. Wer ein Regierungsamt und ein Mandat gleichzeitig ausübt, bekommt die Diät zu 50 Prozent und die Kostenpauschale zu 75 Prozent.

      Wer legt fest, wie viel Politiker verdienen?

      Bei den Abgeordneten läuft die jährliche Anpassung automatisch über den Nominallohnindex, der Bundestag kann davon aber per Gesetz abweichen, wie im Juli 2026 geschehen. Die Amtsgehälter der Regierung sind an die Beamtenbesoldung gekoppelt, werden davon aber immer wieder durch eigene Gesetze abgekoppelt.

      Bildquellen:
      natureactive + JJFarquitectos + stargazer84 / Bigstock.com
      Friedrich Merz: IMAGO / dts Nachrichtenagentur