Matthias Reimann-Andersen gehört zu den vier Geschwistern, die hinter der Beteiligungsgesellschaft JAB Holding Company stehen und damit hinter Marken wie Jacobs, Senseo, Krispy Kreme und Pret A Manger. Geboren wurde er am 30. März 1965 in Deutschland, im März 1967 adoptierte ihn der Benckiser-Patriarch Albert Reimann junior gemeinsam mit seinem Bruder Stefan Reimann-Andersen. Sein Geld stammt nicht aus einem Gehalt, sondern aus einem Erbe, das seit 1984 in Unternehmensanteilen steckt und seither mehrfach umgeschichtet wurde. Öffentlich tritt er so gut wie nicht auf, Interviews gibt er keine und Fotos von ihm sind kaum verfügbar. Wir schätzen das Vermögen von Matthias Reimann-Andersen auf rund 5,71 Milliarden Euro.
Wie viel verdient Matthias Reimann-Andersen pro Sekunde?
Legt man das geschätzte Vermögen von Matthias Reimann-Andersen zugrunde und nimmt eine Rendite von 7 Prozent pro Jahr an, kommt Matthias Reimann-Andersen auf rund 13 Euro pro Sekunde, ohne dafür zu arbeiten. Das entspricht einem Stundenlohn von rund 45.572 Euro und einem Verdienst von rund 1,09 Millionen Euro pro Tag.
| Verdienst pro Sekunde | 13 Euro |
|---|---|
| Verdienst pro Minute | 760 Euro |
| Stundenlohn | 45.572 Euro |
| Verdienst pro Tag | 1,09 Millionen Euro |
| Einkommen pro Monat | 33,29 Millionen Euro |
| Einkommen pro Jahr | 399,48 Millionen Euro |
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Grundlage ist unsere Vermögensschätzung und eine angenommene Kapitalrendite von 7 Prozent pro Jahr. Es handelt sich nicht um ein ausgezahltes Gehalt, sondern um den rechnerischen Ertrag des Vermögens.
Wie hoch ist das Vermögen von Matthias Reimann-Andersen?
Warum die Anteile der einzelnen Geschwister nicht bekannt sind
Wie viel genau auf Matthias Reimann-Andersen entfällt, ist nicht offengelegt. Die JAB Holding Company s.à r.l. hat ihren Sitz in Luxemburg und wird über zwei Wiener Gesellschaften kontrolliert, die Agnaten SE und die Lucresca SE. Aus diesen Strukturen lässt sich ablesen, dass die Familie gemeinsam rund 90 Prozent der Holding hält, nicht aber, wie diese 90 Prozent intern zwischen den vier Geschwistern aufgeteilt sind.
Belegt ist dagegen der Ausgangspunkt. Nach dem Tod von Albert Reimann junior im Jahr 1984 erhielt jedes seiner neun Kinder einen gleich großen Erbanteil an der Joh. A. Benckiser GmbH, auf Matthias Reimann-Andersen entfielen 11,1 Prozent des Unternehmens. Fünf der neun Erben ließen sich in den Jahren danach auszahlen, vier blieben beteiligt.
Wer die JAB Holding heute hält
Die vier verbliebenen Geschwister sind Renate Reimann-Haas, Wolfgang Reimann sowie die Brüder Matthias und Stefan Reimann-Andersen. Sie halten zusammen rund 90 Prozent der JAB Holding Company, die 2012 als Nachfolgegesellschaft der Joh. A. Benckiser GmbH in Luxemburg errichtet wurde. Die restlichen etwa zehn Prozent liegen bei den Seniorpartnern der Holding, unter ihnen Peter Harf, Bart Becht und Olivier Goudet.
Operativ führt die Familie das Geschäft nicht. Matthias Reimann-Andersen sitzt im Gesellschafterausschuss der Holding und gilt als enger Vertrauter von Peter Harf, gesteuert werden die Beteiligungen von den Partnern. 2006 nahm er wie seine drei Geschwister aus steuerlichen Gründen die österreichische Staatsbürgerschaft an und gab die deutsche zurück, davor hatte er in Tegernsee gelebt.
Woher das Vermögen der Reimanns stammt
Der Ursprung liegt in einer Chemiefabrik. 1823 erwarb Johann Adam Benckiser eine Salmiakhütte in Pforzheim, 1851 gründete der Chemiker Karl Ludwig Reimann gemeinsam mit ihm eine Chemiefabrik, 1858 folgte der Standort Ludwigshafen am Rhein. Aus dem Geschäft mit Wein- und Zitronensäure sowie Phosphaten wurde über Generationen ein Hersteller von Reinigungs- und Pflegeprodukten.
Vom Wasserenthärter zum Weltkonzern
Albert Reimann junior, der spätere Adoptivvater von Matthias Reimann-Andersen, trat 1923 in die Joh. A. Benckiser GmbH ein und übernahm Mitte der 1930er Jahre die Führung. Auf ihn gehen die Produkte zurück, die das Unternehmen groß gemacht haben, darunter der Wasserenthärter Calgon in den 1950er Jahren und das Maschinengeschirrspülmittel Calgonit in den 1960er Jahren. 1963 kam mit Martin Gruber erstmals ein Familienfremder in die Unternehmensführung, 1981 stieß Peter Harf dazu, der das Geschäft nach dem Tod des Patriarchen ab 1988 leitete.
Die NS-Vergangenheit des Familienunternehmens
Ab Juli 2016 ließ die Familie den Wirtschaftshistoriker Paul Erker von der Universität München die Familien- und Unternehmensgeschichte im Nationalsozialismus untersuchen. Im Januar 2019 legte Erker Zwischenergebnisse vor, am 24. März 2019 wurden sie durch einen Bericht der Bild am Sonntag öffentlich. Nach der Untersuchung unterstützten Albert Reimann senior und Albert Reimann junior das NS-Regime und spendeten Geld an die SS, im Betrieb wurden Zwangsarbeiter eingesetzt und misshandelt. Die Beschäftigtenzahl stieg von 181 im Jahr 1933 auf rund 650 im Zweiten Weltkrieg, im Zuge der Untersuchung wurden 870 Namen früherer Zwangsarbeiter ermittelt.
Die Familie sagte nach Bekanntwerden zehn Millionen Euro für eine geeignete Organisation zu. Im Juni 2019 überführte sie die 2005 von Matthias Reimann-Andersen und seinen drei Geschwistern gegründete Benckiser Stiftung Zukunft in die Alfred Landecker Foundation und änderte den Stiftungszweck, der Schwerpunkt liegt seither auf Holocaust-Gedenken, Demokratie und Minderheitenschutz. Erkers Buch zur Unternehmens- und Familiengeschichte erschien im Juli 2023. Die vier heutigen Gesellschafter waren zur Zeit der geschilderten Vorgänge nicht geboren.
Der Zusammenschluss mit Reckitt
1999 fusionierte Joh. A. Benckiser mit dem britischen Börsenunternehmen Reckitt & Colman zu Reckitt Benckiser, dem Konzern hinter Vanish, Finish, Air Wick, Clearasil, Durex, Veet, Cillit Bang und Sagrotan. Seit 2021 tritt das Unternehmen unter dem Kurznamen Reckitt auf, die Rechtsform heißt weiter Reckitt Benckiser Group plc. Der Zusammenschluss löste zugleich ein Familienproblem, weil er die Auszahlung jener Erben ermöglichte, die aussteigen wollten. Die Beteiligung der Familie an dem Konzern ist seither stark zurückgefahren worden.
Kosmetik und Kaffee als tragende Säulen
Das dritte Feld ist Kaffee, und es ist das größte. 2012 übernahm die Holding die US-Kaffeehauskette Peet’s Coffee & Tea für rund eine Milliarde US-Dollar, im selben Jahr folgte Caribou Coffee für 340 Millionen US-Dollar. 2013 kam der niederländische Kaffee- und Teemarktführer D.E Master Blenders 1753 mit den Marken Douwe Egberts und Senseo hinzu, 2016 der Kapselhersteller Keurig Green Mountain. Im Februar 2018 erwarb die Holding den US-Getränkekonzern Dr Pepper Snapple für 19 Milliarden US-Dollar und verschmolz ihn mit Keurig Green Mountain zu Keurig Dr Pepper.
Die Beteiligungen der JAB Holding Company
Das Portfolio verteilt sich auf Kosmetik, Kaffee, Gastronomie und zuletzt auf die Tiermedizin. Diese Beteiligungen bilden die Substanz hinter der Vermögensschätzung:
- Coty Inc., kontrollierende Beteiligung: Clairol, Max Factor, Rimmel, Wella sowie Duftlizenzen von Calvin Klein, Gucci, Hugo Boss und Marc Jacobs
- Keurig Dr Pepper: Kaffeekapseln, Kaffeemaschinen und Erfrischungsgetränke
- Krispy Kreme, Ankeraktionär seit dem Börsengang der Donut-Kette 2021
- Panera Brands mit Panera Bread, Caribou Coffee und Einstein Bros Bagels
- Pret A Manger und Espresso House im Gastronomiegeschäft
- Pinnacle Pet Group und National Veterinary Associates in der Tiermedizin
- Reckitt, reduzierte Restbeteiligung aus dem Benckiser-Erbe
Käufe und Verkäufe als Geschäftsmodell
Die jüngste große Bewegung betrifft den Kaffee. Am 25. August 2025 kündigte Keurig Dr Pepper an, den Kaffeekonzern JDE Peet’s zu übernehmen, dessen größter Anteilseigner die JAB Holding war. Der Preis lag bei 31,85 Euro je Aktie und damit bei rund 15,7 Milliarden Euro, abgeschlossen wurde die Übernahme am 1. April 2026. Für das Jahresende 2026 wurde angekündigt, den Konzern in zwei eigenständige, in den USA notierte Gesellschaften aufzuteilen.
Wo Matthias Reimann-Andersen im Vergleich steht
Gemessen am Familienvermögen zählen die Reimanns zu den reichsten Deutschen, seit dem Wechsel der Staatsbürgerschaft tauchen sie auch in den Ranglisten der reichsten Österreicher auf. Anders als bei Unternehmern, die ihre Firma selbst aufgebaut haben, ist das Vermögen hier über Generationen gewachsen und wird von angestellten Managern verwaltet. Mit diesem Portfolio gehört die Familie zu den reichsten Menschen der Welt.
Für die sechste Generation wurde eine eigene Konstruktion geschaffen. Die zehn Kinder der vier Gesellschafter, darunter die beiden Söhne von Matthias Reimann-Andersen, sind über die Finanzholdings Parentes und Donata am Vermögen beteiligt. Ein familieninterner Wertekanon soll unter anderem festlegen, dass Nachkommen die Öffentlichkeit meiden.
Häufige Fragen zu Matthias Reimann-Andersen
Wie hoch ist das Vermögen von Matthias Reimann-Andersen?
Wir schätzen sein Vermögen auf rund 5,71 Milliarden Euro. Es besteht praktisch vollständig aus Unternehmensanteilen, die über die JAB Holding Company gehalten werden, und nicht aus Gehalt oder laufenden Bezügen.
Woher kommt das Vermögen von Matthias Reimann-Andersen?
Aus dem Erbe seines Adoptivvaters Albert Reimann junior. 1984 erhielt er 11,1 Prozent der Joh. A. Benckiser GmbH, aus der über die Fusion zu Reckitt Benckiser und über Zukäufe in Kosmetik, Kaffee und Gastronomie das heutige Portfolio der JAB Holding wurde.
Welchen Anteil hält Matthias Reimann-Andersen an der JAB Holding?
Die genaue Quote ist nicht offengelegt. Bekannt ist, dass die vier Geschwister Renate Reimann-Haas, Wolfgang Reimann, Stefan Reimann-Andersen und Matthias Reimann-Andersen gemeinsam rund 90 Prozent halten und die restlichen etwa zehn Prozent bei den Seniorpartnern der Holding liegen.
Welche Marken gehören zum Portfolio der JAB Holding?
Unter anderem Jacobs, Senseo, Tassimo, L’OR und Peet’s Coffee im Kaffeegeschäft, Krispy Kreme, Panera Bread und Pret A Manger in der Gastronomie sowie Wella, Max Factor und Rimmel über die Beteiligung an Coty.
Welche Rolle hat Matthias Reimann-Andersen im Unternehmen?
Er sitzt im Gesellschafterausschuss der JAB Holding und gilt als enger Vertrauter des langjährigen Holding-Chefs Peter Harf. Das operative Geschäft der Beteiligungen führen angestellte Manager, nicht die Familie.
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