Kevin De Bruyne prägte zehn Jahre lang das Mittelfeld von Manchester City und wechselte im Sommer 2025 ablösefrei nach Neapel. Er gehört zu den Spielern, deren Vermögen fast vollständig aus Gehalt und Prämien stammt und nicht aus Firmenbeteiligungen. Wir schätzen das Vermögen von Kevin De Bruyne auf rund 110 Millionen Euro.
Wie hoch ist das Vermögen von Kevin De Bruyne?
Nach unserer Schätzung kommt Kevin De Bruyne auf rund 110 Millionen Euro. Die Zusammensetzung ist bei einem Fußballer überschaubar: Gehalt, Handgelder, Prämien und Werbeverträge. Was fehlt, ist der Posten, der bei Unternehmern den Ausschlag gibt, nämlich eine Beteiligung, deren Wert unabhängig von der eigenen Arbeitskraft steigt.
Warum ein Spielervermögen anders wächst als ein Unternehmervermögen
De Bruyne hat diesen zweiten Weg nicht eingeschlagen. Es ist keine eigene Modemarke bekannt, kein Medienunternehmen und keine größere Beteiligung. Damit unterscheidet er sich von Spielern wie Cristiano Ronaldo, der seinen Namen früh zu einer Produktlinie gemacht hat, und von David Beckham, dessen Einnahmen nach dem Karriereende höher lagen als davor.
Für die Schätzung heißt das zweierlei. Erstens ist die Rechnung belastbarer, weil sich Gehälter und Ablösen belegen lassen, während ein Firmenanteil bewertet werden muss. Zweitens ist die Zahl nach oben gedeckelt: Ohne Beteiligung gibt es keinen Verkauf, der sie in einem Sprung verändert.
Wie viel von einem Bruttogehalt am Ende als Vermögen liegen bleibt, ist überschaubar zu rechnen. Rund die Hälfte geht in England an den Fiskus, fünf bis zehn Prozent an die Beraterseite, dazu kommen Versicherungen und eine Lebenshaltung auf entsprechendem Niveau. Als Faustregel bleibt von einem Jahresgehalt etwa ein Drittel als Ersparnis, und nur dieser Teil arbeitet über die Karriere weiter. Deshalb liegen Karriereeinnahmen und geschätztes Vermögen bei Fußballern selten näher als um den Faktor zwei.
Die Stationen der Karriere
Von Genk über Chelsea nach Wolfsburg
De Bruyne wurde 1991 in Drongen bei Gent geboren und begann bei KRC Genk. 2012 holte ihn Chelsea nach London, wo er kaum spielte; es folgte eine Leihe zu Werder Bremen, und diese Station war der Wendepunkt. 2014 wechselte er zum VfL Wolfsburg und wurde dort zum besten Spieler der Bundesliga-Saison gewählt.
2015 zahlte Manchester City 74 Millionen Euro Ablöse an Wolfsburg. Dass Chelsea ihn zuvor für einen Bruchteil abgegeben hatte, gehört zu den bekannteren Fehleinschätzungen des Geschäfts.
Zehn Jahre Manchester City
Gleichzeitig zeigt sein Fall, wie schnell die Verhandlungsposition kippt. Nach mehreren verletzungsbelasteten Spielzeiten ließ der Verein den Vertrag 2025 auslaufen, statt ihn zu verlängern. Für den Spieler bedeutete das den Wechsel in eine andere Gehaltsklasse.
Was ein Fußballergehalt netto wert ist
England und Italien besteuern unterschiedlich
Der wichtigste Unterschied zwischen den Ligen ist nicht der Steuersatz, sondern die Art, wie über Geld gesprochen wird. In der Premier League werden Gehälter brutto verhandelt und veröffentlicht, in der Serie A netto. Dieselbe Zahl bedeutet in Italien also mehr für den Spieler und mehr Aufwand für den Klub, weil dieser die Steuer oben aufschlägt.
In Großbritannien greift auf hohe Arbeitseinkommen ein Spitzensatz von 45 Prozent, dazu kommen Sozialabgaben. Italien besteuert Arbeitseinkommen bis 43 Prozent, hinzu treten regionale und kommunale Zuschläge. Aus einem Nettogehalt wird für einen italienischen Klub deshalb annähernd der doppelte Bruttoaufwand.
Lange war die Serie A trotzdem attraktiver, weil zugezogene Profis nur die Hälfte ihres Einkommens versteuern mussten. Diese Begünstigung ist für Sportler mit Wirkung ab 2024 entfallen, seither tragen die Klubs den vollen Aufwand. Wie unterschiedlich Ligen dieselbe Leistung bezahlen, zeigt der Blick auf die Gehälter bei Paris Saint-Germain.
Bildrechte als eigener Vertragsteil
Neben dem Arbeitsvertrag steht bei Spitzenspielern in England regelmäßig ein zweiter Vertrag über die Bildrechte. Der Klub darf Name und Konterfei des Spielers für Trikots, Werbung und Merchandising nutzen und zahlt dafür ein Entgelt, das nicht an den Spieler persönlich fließt, sondern an eine Gesellschaft, die ihm gehört.
Steuerlich ist der Unterschied erheblich, weil eine Gesellschaft Körperschaftsteuer zahlt und nicht den Spitzensatz der Einkommensteuer. Die britische Finanzverwaltung akzeptiert die Aufteilung nur bis zu einem Anteil, der zum Vermarktungswert des Spielers passt; daraus sind mehrfach Nachzahlungen entstanden.
Für eine Vermögensschätzung folgt daraus zweierlei. Das veröffentlichte Wochengehalt ist nicht das gesamte Einkommen, und ein Teil des Vermögens liegt nicht auf einem Privatkonto, sondern in einer Gesellschaft.
Wie ein Vertrag mit Bonusstruktur aufgebaut ist
Ein Spielervertrag besteht selten nur aus einem Grundgehalt. Üblich sind vier weitere Bausteine: ein Handgeld bei Unterschrift, Einsatzprämien ab einer bestimmten Zahl von Spielen, Erfolgsprämien für Titel und Platzierungen, dazu eine Treueprämie, die erst nach Ablauf einer Mindestlaufzeit fällig wird.
Für den Klub verlagert diese Struktur Kosten in die Zukunft und macht sie von Ergebnissen abhängig. Für den Spieler bedeutet sie, dass das genannte Jahresgehalt eine Untergrenze ist und nicht der wahrscheinliche Betrag. Deshalb gehen Angaben zu Spitzenverträgen regelmäßig auseinander, ohne dass eine Seite falsch rechnet: Die eine nennt das Grundgehalt, die andere die Summe mit allen Prämien. Bei Mohamed Salah und Kylian Mbappé ist dieselbe Spanne zu beobachten.
Der Wechsel nach Napoli
Wirtschaftlich ist ein ablösefreier Wechsel für den Spieler der günstigste Fall. Das Geld, das ein Verein sonst an den abgebenden Klub zahlt, steht für das eigene Paket zur Verfügung. Genau daraus entsteht das Handgeld, das bei einem Transfer mit Ablöse nicht durchsetzbar wäre.
Dass sein Grundgehalt unter dem von Manchester liegt, ist der übliche Verlauf. Ein Spieler jenseits der dreißig verhandelt nicht mehr die Summen seiner besten Jahre, weil ein Klub nicht die vergangene, sondern die verbleibende Leistung bezahlt.
Klubs wie Paris Saint-Germain unter Nasser Al-Khelaifi oder Chelsea unter Roman Abramowitsch haben gezeigt, dass über die Höhe eines Spitzengehalts die Zahlungsfähigkeit des Vereins entscheidet und nicht allein die Leistung des Spielers.
Werbung und Privates
De Bruyne hatte über die Jahre Verträge mit Sportartikelherstellern und war Werbegesicht mehrerer internationaler Marken. Auffallend ist, wie zurückhaltend er dieses Feld bespielt hat, verglichen mit Robert Lewandowski, der seine Vermarktung früh in eigene Strukturen überführte.
Seit 2017 ist er mit Michèle Lacroix verheiratet, das Paar hat drei Kinder. Den Weg aus einer Spitzenliga in die Serie A hat vor ihm auch Sami Khedira genommen.
Häufige Fragen zu Kevin De Bruyne
Wie hoch ist das Vermögen von Kevin De Bruyne?
Wir schätzen es auf rund 110 Millionen Euro. Es stammt fast vollständig aus Gehalt, Handgeldern und Prämien, nicht aus Beteiligungen.
Was verdient Kevin De Bruyne bei Napoli?
Sein Jahresgehalt in Neapel wird mit 6 Millionen Euro netto geführt. Dazu kommen Prämien und ein Handgeld aus dem ablösefreien Wechsel.
Warum hat Manchester City ihn gehen lassen?
Der Verein verlängerte den 2025 auslaufenden Vertrag nach mehreren verletzungsbelasteten Spielzeiten nicht. De Bruyne wechselte daraufhin ablösefrei nach Neapel.
Wie viel kostete sein Wechsel zu Manchester City?
74 Millionen Euro, gezahlt 2015 an den VfL Wolfsburg. Der Wechsel nach Napoli erfolgte dagegen ohne Ablöse.
Bei welchen Vereinen hat De Bruyne gespielt?
KRC Genk, Chelsea, Werder Bremen als Leihspieler, VfL Wolfsburg, Manchester City und seit 2025 SSC Napoli.
Warum gehen die Angaben zu seinem Gehalt auseinander?
Weil englische Gehälter brutto und italienische netto genannt werden und weil Prämien mitgerechnet werden oder nicht.
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