Johannes Kliesch hat mit Socken angefangen, und zwar mit weißen Sneakersocken, die er über Amazon verkaufte, während er noch ein duales Studium im Bankwesen absolvierte. Aus diesem Nebengeschäft ist die SNOCKS Group in Mannheim geworden, die vier Marken führt, mehr als 150 Menschen beschäftigt und über 130 Millionen Euro im Jahr umsetzt. Wir schätzen das Vermögen von Johannes Kliesch auf rund 40 Millionen Euro. Ab der 20. Staffel sitzt er als Investor in der Jury von „Die Höhle der Löwen“ auf VOX.
Wie hoch ist das Vermögen von Johannes Kliesch?
Nach unserer Schätzung kommt er auf rund 40 Millionen Euro. Der weitaus größte Teil davon ist sein Anteil an der SNOCKS Group, und dieser Anteil ist nicht flüssig. Kliesch hat sein Unternehmen nie verkauft, er hält es weiter. Was ihm bislang tatsächlich zugeflossen ist, stammt aus einem Teilverkauf von Anteilen im Jahr 2022, dazu kommen Einnahmen aus Beratung, Vorträgen und seiner eigenen Plattform.
Warum der Umsatz nicht die Antwort ist
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Das Geschäft hat dafür eine Eigenschaft, die es wertvoller macht, als die Marge vermuten lässt: Socken und Unterwäsche werden nachgekauft, ohne dass jemand eine Kaufentscheidung trifft. Wer einmal zufrieden war, kommt wieder, die Retourenquote ist niedrig und die Nachfrage schwankt nicht mit Moden. Genau daran scheitern Modemarken, die Kollektionen verkaufen müssen, und genau deshalb konnte SNOCKS ohne Wagniskapital wachsen.
Zweitens gehört ihm die Firma nicht allein. Er gründete sie mit seinem Cousin Felix Bauer, und seit 2022 hält zusätzlich eine Beteiligungsgesellschaft einen Minderheitsanteil. Die Mehrheit blieb bei den Gründern, die genaue Verteilung ist nicht öffentlich. Damit steht Kliesch dort, wo Andreas W. Herb auch steht: reich auf dem Papier, mit dem Geld im eigenen Betrieb.
SNOCKS, von der Sockenmarke zur Unternehmensgruppe
Die Geschichte der Firma ist ungewöhnlich, weil sie ohne Wagniskapital und ohne Verluste auskam. SNOCKS war nach Angaben der Gründer schon im ersten vollen Geschäftsjahr profitabel, was in der deutschen E-Commerce-Szene die Ausnahme ist.
Der Start mit 4.000 Euro über Amazon
Kliesch war 31 Jahre alt, als die Jubiläumsstaffel startete, und damit der jüngste Löwe, den die Sendung je hatte. 2016 gründete er mit Bauer das Unternehmen in Mannheim, aus dem Kinderzimmer heraus und mit rund 4.000 Euro Startkapital, das nach eigener Darstellung von überzogenen Kreditkarten stammte. Verkauft wurde zunächst ausschließlich über Amazon, was Lager, Logistik und Kundenservice vom ersten Tag an auslagerte. Im ersten vollen Jahr 2017 setzte die Firma knapp eine halbe Million Euro um, ein Jahr später waren es mehrere Millionen.
Beide Gründer hatten vorher eine Banklehre gemacht, und beide schlugen einen sicheren Arbeitsvertrag aus. Ein klassischer Berufsweg vor der Gründung fehlt ihm deshalb völlig, SNOCKS ist seine erste und bislang einzige Station.
Der Einstieg von Cathay Capital
Im April 2022 erwarb die französisch-chinesische Beteiligungsgesellschaft Cathay Capital einen Minderheitsanteil an SNOCKS. Der Kaufpreis wurde nicht offengelegt, Branchenmedien sprachen von einem hohen zweistelligen Millionenbetrag. Für die Vermögensfrage ist die Struktur dieses Geschäfts der entscheidende Punkt: Die Gründer gaben nicht nur neue Anteile aus, sie verkauften auch erstmals eigene.
Das ist der Moment, in dem aus Firmenwert privates Vermögen wurde. Bis dahin hatten die beiden keine Gewinne ausgeschüttet, sondern alles im Unternehmen gelassen. Wie hoch der Betrag war, der bei Kliesch persönlich ankam, ist nicht bekannt, weil weder Kaufpreis noch Quote veröffentlicht wurden.
Die Zukäufe aus Insolvenzen
Seit Ende 2024 kauft SNOCKS gescheiterte Marken auf und baut daraus eine Gruppe. Übernommen wurden die Sportbekleidungsmarke OCEANSAPART, die Periodenunterwäsche-Marke femtis und die Modemarke Les Lunes, alle drei aus der Insolvenz oder in Schwierigkeiten. Für OCEANSAPART lag der Kaufpreis samt Warenlager nach Klieschs eigener Darstellung eher bei zehn Millionen Euro als bei einer Million.
Diese Strategie erklärt, warum die Gruppe schneller wächst als die Marke SNOCKS selbst. Sie erklärt aber auch, warum das Vermögen der Gründer nicht im gleichen Tempo steigt: Zukäufe binden Kapital, und Marken aus der Insolvenz brauchen Jahre, bis sie tragen. Felix Bauer zog sich 2024 aus der Geschäftsführung zurück, seither führt Kliesch das Unternehmen mit einem zweiten Geschäftsführer. Ob Bauer bei diesem Schritt auch Anteile abgegeben hat, ist nicht veröffentlicht. Für die Schätzung ist das der größte offene Punkt, denn je mehr Bauer abgegeben hat, desto höher liegt Klieschs eigener Anteil.
Was Kliesch neben dem Unternehmen macht
Anders als die meisten Gründer seiner Größenordnung ist Kliesch öffentlich sichtbar, und das ist bei ihm Teil des Geschäftsmodells.
Die eigene Bekanntheit als Vertriebskanal
Er betreibt einen Podcast, tritt als Redner auf Konferenzen auf, gibt Einzelberatungen und führt mit Klapital eine Plattform für E-Commerce-Unternehmer. Nach Angaben des Unternehmens kauft ein kleiner, aber messbarer Teil der Kunden bei SNOCKS, weil sie ihn kennen. Sein Bekanntheitsgrad ist damit keine Nebensache, sondern ein Umsatzfaktor, und der Auftritt bei VOX passt genau in diese Logik.
2022 führte Forbes ihn und Bauer in der Liste „30 Under 30 Europe“ in der Kategorie Handel und E-Commerce. Das ist eine Auszeichnung und keine Vermögensangabe, aber ein guter Beleg dafür, wie früh die beiden bekannt wurden.
Der Weg in die Höhle der Löwen
Was er einbringt, ist genau das, woran die meisten Gründer in der Sendung scheitern: Onlinehandel, Performance-Marketing und der Aufbau einer Marke, die ohne Werbedruck verkauft. Er selbst sagt, er bringe die Perspektive eines Gründers mit, der bei null angefangen hat, und wolle konstruktives Feedback mit Erfahrung aus der Praxis verbinden. In der Jury deckt damit erstmals jemand das reine Direktvertriebsgeschäft ab, während Ralf Dümmel für den stationären Handel steht und Frank Thelen für Technologie.
Acht Löwen in der Jubiläumsstaffel
Mit den beiden Neuen wächst die Runde auf acht Investoren. Dazu gehören weiterhin Carsten Maschmeyer, Judith Williams und Janna Ensthaler. Wie sich die Vermögen in dieser Runde verteilen, steht in unserer Übersicht zu den Vermögen der Löwen.
Höhle der Löwen Investitionen von Johannes Kliesch, Staffel 20
Die folgende Übersicht führt die Deals auf, die Johannes Kliesch in der Sendung zugesagt hat. Zusagen, die nach der Ausstrahlung platzten, sind nicht enthalten.
DHDL Staffel 20 Herbst 2026
- Poppy’s (Frucht-Eissticks ohne Zuckerzusatz) – 20.000 Euro für 20% Anteile
Den Deal sagte er gemeinsam mit Carsten Maschmeyer zu, beide zusammen boten 40.000 Euro für 40 Prozent.
Häufige Fragen zu Johannes Kliesch
Wie hoch ist das Vermögen von Johannes Kliesch?
Wir schätzen das Vermögen von Johannes Kliesch auf rund 40 Millionen Euro. Der größte Teil ist sein Anteil an der SNOCKS Group und damit im Unternehmen gebunden.
Woher kommt das Vermögen von Johannes Kliesch?
Aus dem Onlinehandel. Er gründete 2016 mit seinem Cousin Felix Bauer die Marke SNOCKS und hält daran weiterhin Anteile. Liquide wurde ein Teil davon 2022, als beide erstmals eigene Anteile an eine Beteiligungsgesellschaft verkauften.
Wie ist SNOCKS entstanden?
2016 in Mannheim, mit rund 4.000 Euro Startkapital und weißen Sneakersocken, die zunächst nur über Amazon verkauft wurden. Kliesch war damals noch in einem dualen Studium im Bankwesen.
Wem gehört SNOCKS?
Die Mehrheit halten die Gründer Kliesch und Bauer. Seit April 2022 hält die Beteiligungsgesellschaft Cathay Capital einen Minderheitsanteil, die genauen Quoten sind nicht veröffentlicht.
Welche Marken gehören zur SNOCKS Group?
Neben SNOCKS selbst die Sportbekleidungsmarke OCEANSAPART, die Periodenunterwäsche-Marke femtis und die Modemarke Les Lunes. Alle drei kamen ab Ende 2024 aus Insolvenzen oder Notlagen dazu.
Wie alt ist Johannes Kliesch?
Zum Start der 20. Staffel im September 2026 war er 31 Jahre alt und damit der jüngste Investor, der bislang in der Jury saß.
Seit wann ist Johannes Kliesch bei Die Höhle der Löwen?
Seit der 20. Staffel, die im Herbst 2026 auf VOX und RTL+ startet. Bestätigt wurde er im Juni 2026 gemeinsam mit dem MBG-Gründer Andreas W. Herb.
Welchen Deal hat Johannes Kliesch bei Die Höhle der Löwen gemacht?
Seinen ersten Deal sagte er in Folge 3 der 20. Staffel zu, bei Poppy’s, einem Hersteller von Frucht-Eissticks ohne Zuckerzusatz. Gemeinsam mit Carsten Maschmeyer boten die beiden 40.000 Euro für 40 Prozent, auf Kliesch entfallen davon 20.000 Euro für 20 Prozent.
Bildquellen:
RTL / Boris Breuer