Frank-Walter Steinmeier ist seit März 2017 Bundespräsident und damit der bestbezahlte Amtsträger der Bundesrepublik. Sein Amtsgehalt liegt über dem des Kanzlers, und nach dem Ausscheiden bekommt er es lebenslang weiter. Genau diese zweite Hälfte macht das Amt finanziell zu etwas anderem als jedes Ministeramt. Wir schätzen das Vermögen von Frank-Walter Steinmeier auf rund 6 Millionen Euro.
Was der Bundespräsident verdient
Das Amtsgehalt und wie es zustande kommt
Konkret sind das 22.973 Euro im Monat. Zum Vergleich: Das Amtsgehalt des Kanzlers macht 20.675 Euro aus. Wie sich die Bezüge der übrigen Ämter dazu verhalten, zeigt die Übersicht der Politikergehälter, die Rechnung für den Regierungschef steht im Artikel zum Bundeskanzler-Gehalt.
Das Aufwandsgeld und was netto bleibt
Zum Amtsgehalt kommt ein steuerfreies Aufwandsgeld. Es soll die Repräsentationskosten abdecken, die das Amt mit sich bringt, und wird nicht als Einkommen versteuert. Mit allem zusammen sind das 29.473 Euro im Monat, im Jahr also 353.672 Euro.
Nach Steuern und Abgaben bleiben davon rechnerisch 20.273 Euro. Der steuerfreie Anteil ist der Grund, warum die Spanne zwischen brutto und netto beim Bundespräsidenten kleiner ausfällt als bei einem Angestellten mit vergleichbarem Bruttobetrag.
Der Ehrensold ist das eigentliche Geld
Lebenslang in Höhe der Amtsbezüge
Wer das Amt verlässt, bekommt den sogenannten Ehrensold. Er entspricht der Höhe nach den vollen Amtsbezügen, nur das Aufwandsgeld fällt weg. Gezahlt wird er lebenslang, und zwar unabhängig davon, wie lange jemand im Amt war.
Das ist die großzügigste Versorgungsregel im deutschen Staatsrecht. Ein Bundesminister braucht vier Amtsjahre für ein Ruhegehalt, ein Abgeordneter sammelt seine Altersentschädigung in Prozentschritten je Mandatsjahr an. Beim Staatsoberhaupt gibt es diese Staffelung nicht. Steinmeier wird nach zwei vollen Amtszeiten ausscheiden, für den Anspruch hätte auch ein Bruchteil davon genügt.
Woraus sich die monatliche Zahlung zusammensetzt
iWoher die Zahlen stammen
Alle Beträge sind gesetzlich festgelegt und stammen nicht aus Schätzungen. Der Zähler verteilt das Amtsgehalt gleichmäßig über die Amtszeit und lässt Pauschalen sowie zwischenzeitliche Anpassungen außen vor. Die Aufschlüsselung darunter zeigt die volle Monatszahlung inklusive Pauschalen.
Angaben nach Abgeordnetengesetz, Bundesministergesetz und ParlStG.
Warum diese Regel umstritten ist
Auch die Ausstattung ehemaliger Staatsoberhäupter ist geprüft und kritisiert worden, weil sie zeitlich unbegrenzt gewährt wird und nicht davon abhängt, ob der Betreffende noch Aufgaben wahrnimmt. Der Bund zahlt damit für jeden lebenden Ex-Präsidenten dauerhaft ein Büro mit, unabhängig vom tatsächlichen Bedarf. Geändert wurde an der Rechtslage bislang nichts.
Büro, Mitarbeiter und Dienstwagen
Neben dem Geld bleibt die Ausstattung. Ehemalige Bundespräsidenten erhalten ein Büro, Personal, einen Dienstwagen mit Fahrer und Personenschutz. Diese Posten trägt der Bund, sie sind kein Einkommen und gehören nicht in eine Vermögensrechnung.
Wirtschaftlich sind sie trotzdem bedeutsam, weil sie Kosten ersparen, die ein Privatier selbst tragen müsste. Ein ehemaliger Bundespräsident hat lebenslang ein Einkommen auf Ministerniveau und dazu einen Apparat, den er nicht bezahlt.
Woher sein Vermögen kommt
Fast drei Jahrzehnte in Spitzenämtern
Steinmeiers Einkommen stammt praktisch vollständig aus dem Staatsdienst, und zwar durchgehend aus der obersten Ebene. Ab 1996 leitete er die Staatskanzlei in Niedersachsen, ab 1999 das Bundeskanzleramt im Rang eines Bundesministers. Danach folgten zwei Amtszeiten als Außenminister, ein Amt, das später Annalena Baerbock übernahm, dazwischen der Fraktionsvorsitz seiner Partei im Bundestag.
Seit 1999 hat er ohne nennenswerte Unterbrechung auf Ministerniveau oder darüber verdient. Genau das trägt die Schätzung: keine spektakulären Einzelbeträge, sondern ein sehr hohes Einkommen über einen sehr langen Zeitraum, dazu Ansprüche aus Mandat und Ämtern.
Kein zweites Standbein
Der Unterschied zu Friedrich Merz ist hier der lehrreichste im deutschen Politikbetrieb: Beide standen an der Spitze, aber nur einer hat ein Jahrzehnt außerhalb der Politik verdient. Näher liegen Angela Merkel und Olaf Scholz, deren Vermögen ebenfalls fast ausschließlich aus Amtsbezügen entstanden ist.
Das Einkommen im Haushalt
Seine Frau Elke Büdenbender ist Verwaltungsrichterin und übt einen eigenen Beruf aus. Für eine Vermögensbetrachtung ist das kein Nebenaspekt, denn es bedeutet ein zweites, über Jahrzehnte laufendes Einkommen im selben Haushalt.
Ihr Einkommen ist rechtlich ihres und gehört nicht in seine Zahl. Für die Einordnung der Vermögensbildung ist es dennoch relevant, weil ein Doppelverdienerhaushalt anders spart als ein Alleinverdiener.
Was das Ende der Amtszeit finanziell ändert
Die zweite Amtszeit endet im März 2027. Von da an fällt das steuerfreie Aufwandsgeld weg, der Ehrensold in Höhe der Amtsbezüge läuft an, und die Ausstattung mit Büro, Personal und Fahrer wird eingerichtet.
Das laufende Einkommen sinkt dadurch nur um den Aufwandsanteil. Ein Bundespräsident verliert mit dem Amt also weder seine Bezüge noch seinen Apparat, sondern im Wesentlichen die Pflichten. Genau das unterscheidet die Position von jedem anderen politischen Amt in Deutschland und ist der Grund, warum die Amtszeit für die Vermögensfrage weniger wichtig ist als der Umstand, sie überhaupt gehabt zu haben.
| Leistung | Höhe |
|---|---|
| Ehrensold des Bundespräsidentenlebenslang in Höhe der früheren Amtsbezüge | 22.973 Euro im Monat |
iWoher die Zahlen stammen
Die Altersentschädigung steigt je Mandatsjahr um 2,5 Prozent der Abgeordnetenentschädigung und ist bei 65 Prozent nach 26 Mandatsjahren gedeckelt. Die Ansprüche nach dem Ausscheiden sind gesetzlich geregelt. Übergangsgeld und Altersentschädigung der Abgeordneten hängen an der Zahl der Mandatsjahre, das Ruhegehalt der Regierungsmitglieder an der Amtszeit. Individuelle Ansprüche werden nicht veröffentlicht.
- Ehrensold des BundespräsidentenBPräsRuhebezG
Angaben nach Abgeordnetengesetz, Bundesministergesetz und ParlStG.
Der Weg ins Schloss Bellevue
Vom Verwaltungsjuristen zum Staatsoberhaupt
Geboren wurde Steinmeier am 5. Januar 1956 in Detmold. Er studierte Rechtswissenschaft und Politikwissenschaft in Gießen und wurde dort 1991 promoviert. Der Einstieg in die Politik lief nicht über ein Mandat, sondern über die Verwaltung, was für einen späteren Bundespräsidenten ungewöhnlich ist.
Die Stationen im Überblick:
- 1996 bis 1998: Chef der Staatskanzlei in Niedersachsen
- 1999 bis 2005: Chef des Bundeskanzleramtes
- 2005 bis 2009: Bundesminister des Auswärtigen, ab 2007 zugleich Vizekanzler
- 2009 bis 2013: Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion
- 2013 bis 2017: erneut Bundesminister des Auswärtigen
- seit 2017: Bundespräsident, im Februar 2022 für eine zweite Amtszeit wiedergewählt
Ein Bundestagsmandat hatte er von 2009 bis 2017, also acht Jahre. Daraus entsteht eine eigene Altersentschädigung, die neben dem Ehrensold steht. Sie wächst mit 2,5 Prozent der Abgeordnetendiät je Mandatsjahr, bei acht Jahren also 20 Prozent.
Diese Ansprüche laufen nebeneinander und nicht gegeneinander. Wer über Jahrzehnte in verschiedenen Ämtern war, sammelt mehrere Versorgungstitel an, die sich aus unterschiedlichen Gesetzen speisen. Das ist der Grund, warum sich das Vermögen von Berufspolitikern der obersten Ebene weniger über Ersparnisse als über gesicherte lebenslange Zahlungen beschreiben lässt.
Wie das Amt im internationalen Vergleich dasteht
Ein deutscher Bundespräsident verdient deutlich mehr als die meisten europäischen Staatsoberhäupter mit repräsentativer Rolle. In Österreich etwa liegt das Amt darunter, wie der Vergleich mit Heinz Fischer zeigt.
Der Abstand nach oben ist trotzdem groß. Ein amerikanischer Präsident verdient im Amt weniger als ein deutscher, macht das große Geld aber danach, wie bei Barack Obama zu sehen ist. Der deutsche Weg ist umgekehrt: gutes Gehalt im Amt, gesicherte Versorgung danach, dafür kaum Vermarktung der eigenen Person. Weitere Beispiele stehen in der Übersicht der reichsten Politiker.
Häufige Fragen zum Gehalt von Frank-Walter Steinmeier
Wie viel verdient der Bundespräsident?
Das Amtsgehalt macht 22.973 Euro im Monat aus, mit dem steuerfreien Aufwandsgeld zusammen 29.473 Euro. Im Jahr sind das 353.672 Euro.
Verdient der Bundespräsident mehr als der Bundeskanzler?
Ja. Das Amtsgehalt des Bundespräsidenten beläuft sich auf zehn Neuntel des Kanzlergehalts, also rund elf Prozent mehr. Der Kanzler kommt auf 20.675 Euro im Monat.
Was ist der Ehrensold?
Die Versorgung ehemaliger Bundespräsidenten. Sie entspricht den vollen Amtsbezügen ohne das Aufwandsgeld, wird lebenslang gezahlt und hängt nicht von der Dauer der Amtszeit ab.
Bekommt Steinmeier zusätzlich eine Abgeordnetenpension?
Ja. Aus acht Jahren im Bundestag entsteht eine Altersentschädigung, die neben dem Ehrensold steht. Sie richtet sich nach der Zahl der Mandatsjahre.
Wie hoch ist das Vermögen von Frank-Walter Steinmeier?
Wir schätzen es auf rund 6 Millionen Euro. Es stammt fast vollständig aus Bezügen: gut ein Vierteljahrhundert auf Ministerniveau oder darüber, dazu Mandatsjahre und die Aussicht auf den Ehrensold.
Was bleibt ihm nach dem Ende der Amtszeit?
Der Ehrensold in Höhe der Amtsbezüge, dazu Büro, Mitarbeiter, Dienstwagen mit Fahrer und Personenschutz. Diese Ausstattung trägt der Bund und ist kein Einkommen.
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