Das Gehalt des Bundeskanzlers ist keine Verhandlungssache und kein Betriebsgeheimnis. Es steht im Bundesministergesetz, ist an die höchste Beamtenbesoldung gekoppelt und wird auf den Cent genau ausgewiesen. Trotzdem kursieren dafür Zahlen zwischen 20.000 und 39.000 Euro im Monat. Der Grund ist immer derselbe: Es wird mitgezählt, was nicht dazugehört, oder weggelassen, was dazugehört.

Was der Bundeskanzler Friedrich Merz verdient

Das Amtsgehalt beträgt 20.675 Euro im Monat. Das ist der Betrag, der im Gesetz steht, und er ist voll steuerpflichtig. Rechnet man alle Zulagen und die Ansprüche aus dem Bundestagsmandat hinzu, sind es 32.933 Euro im Monat, im Jahr also 395.198 Euro.

 

Amtsbezüge seit Amtsantritt 0 Euro
Gehalt pro Monat 0 Euro, inklusive Pauschalen
Im Amt seit
Tage im Amt
Verdienst pro Sekunde
Stundenlohn
Verdienst pro Tag

Woraus sich die monatliche Zahlung zusammensetzt

iWoher die Zahlen stammen

Alle Beträge sind gesetzlich festgelegt und stammen nicht aus Schätzungen. Der Zähler verteilt das Amtsgehalt gleichmäßig über die Amtszeit und lässt Pauschalen sowie zwischenzeitliche Anpassungen außen vor. Die Aufschlüsselung darunter zeigt die volle Monatszahlung inklusive Pauschalen.

    Angaben nach Abgeordnetengesetz, Bundesministergesetz und ParlStG.

    Friedrich Merz Gehalt

    Die Bestandteile im Einzelnen

    Zum Amtsgehalt kommen drei Posten, die im Bundesministergesetz geregelt sind. Eine allgemeine Stellenzulage von 30,68 Euro im Monat, ein Ortszuschlag von mindestens 1.187,26 Euro und eine Dienstaufwandsentschädigung von 12.271,01 Euro im Jahr. Die Dienstaufwandsentschädigung ist steuerfrei, der Ortszuschlag entfällt, sobald die Amtswohnung genutzt wird.

    Die Kopplung an die Besoldungsgruppe B11 bedeutet, dass das Kanzlergehalt nicht für sich allein erhöht werden kann. Steigt die Beamtenbesoldung, steigt es mit, es sei denn, der Gesetzgeber koppelt es ausdrücklich ab. Genau das ist wiederholt geschehen, unter anderem 1993, 2003, 2008, 2010 und zuletzt 2021.

    Warum die Diät nur zur Hälfte zählt

    Bundeskanzleramt Verdienst

    Jeder bisherige Bundeskanzler saß zugleich im Bundestag und hat damit auch Ansprüche als Abgeordneter. Beides voll zu beziehen, verbietet das Gesetz. Nach Paragraf 29 des Abgeordnetengesetzes wird die Abgeordnetenentschädigung auf die Hälfte gekürzt, die steuerfreie Kostenpauschale auf drei Viertel. Aus 11.833,47 Euro Diät werden also 5.916,74 Euro, aus 5.467,27 Euro Kostenpauschale werden 4.100,45 Euro.

    Die Kostenpauschale ist dabei kein Gehalt. Aus ihr werden Wahlkreisbüro, Zweitwohnung in Berlin und Mandatskosten bezahlt, im Gegenzug kann ein Abgeordneter dafür keine Werbungskosten geltend machen. Wer sie als Einkommen verbucht, rechnet an der Sache vorbei.

    Die Bundeskanzler und ihre Amtszeiten

    Seit dem 6. Mai 2025 ist Friedrich Merz Bundeskanzler. Seine Wahl verlief anders als die seiner neun Vorgänger: Im ersten Wahlgang verfehlte er mit 310 Stimmen die erforderliche Mehrheit von 316, was in den zwanzig Kanzlerwahlen davor noch nie vorgekommen war. Im zweiten Wahlgang am selben Tag erhielt er 325 von 618 abgegebenen Stimmen, wurde von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ernannt und noch am 6. Mai 2025 vereidigt. Womit der Jurist aus dem Sauerland vor seinem Amtsantritt sein Geld verdiente, steht im Artikel zum Vermögen von Friedrich Merz.

    Zehn Personen haben das Amt seit 1949 geführt. Die folgende Übersicht führt sie mit ihrer Amtszeit und ihrer Partei.

    Amtszeit Bundeskanzler Partei
    seit 6. Mai 2025 Friedrich Merz CDU
    8. Dezember 2021 bis 6. Mai 2025 Olaf Scholz SPD
    22. November 2005 bis 8. Dezember 2021 Angela Merkel CDU
    27. Oktober 1998 bis 22. November 2005 Gerhard Schröder SPD
    1. Oktober 1982 bis 27. Oktober 1998 Helmut Kohl CDU
    16. Mai 1974 bis 1. Oktober 1982 Helmut Schmidt SPD
    21. Oktober 1969 bis 7. Mai 1974 Willy Brandt SPD
    1. Dezember 1966 bis 21. Oktober 1969 Kurt Georg Kiesinger CDU
    16. Oktober 1963 bis 1. Dezember 1966 Ludwig Erhard CDU
    15. September 1949 bis 16. Oktober 1963 Konrad Adenauer CDU

    Zwischen dem Rücktritt von Willy Brandt am 7. Mai 1974 und der Wahl von Helmut Schmidt am 16. Mai 1974 führte Vizekanzler Walter Scheel die Regierungsgeschäfte kommissarisch. Als Bundeskanzler wird er nicht gezählt, deshalb bleiben in der Übersicht an dieser Stelle neun Tage offen.

    Die neun abgeschlossenen Amtszeiten zwischen 1949 und 2025 ergeben im Durchschnitt rund achteinhalb Jahre. Der Mittelwert verdeckt allerdings die Spannweite: Helmut Kohl und Angela Merkel kamen auf jeweils gut sechzehn Jahre, Konrad Adenauer auf vierzehn, während Ludwig Erhard, Kurt Georg Kiesinger und Olaf Scholz das Kanzleramt nach weniger als vier Jahren wieder verließen. Genau diese vier Jahre sind die Schwelle, ab der nach Paragraf 15 des Bundesministergesetzes ein eigener Ruhegehaltsanspruch entsteht. Gezählt wird dabei die gesamte Zugehörigkeit zur Bundesregierung und nicht allein die Zeit an ihrer Spitze: Ludwig Erhard war vor seiner Kanzlerschaft vierzehn Jahre Bundeswirtschaftsminister, Olaf Scholz vor 2021 Bundesarbeitsminister und Bundesfinanzminister. Wer die Grenze nicht erreicht, bleibt auf das Übergangsgeld nach Paragraf 14 beschränkt.

    Was der Bundeskanzler netto verdient

    Auf jede Bruttozahl folgt dieselbe Frage, und sie wird fast nirgends beantwortet. Nach Einkommensteuer und Solidaritätszuschlag bleiben rechnerisch 21.442 Euro im Monat, im Jahr 257.305 Euro.

    Warum die Abzüge kleiner ausfallen als bei Angestellten

    Regierungsmitglieder und Abgeordnete zahlen keine Beiträge zur Renten- und zur Arbeitslosenversicherung. Ihre Altersversorgung läuft über Ruhegehalt und Altersentschädigung, beides finanziert der Bund. Vom Brutto gehen deshalb nur Einkommensteuer und Solidaritätszuschlag ab, bei Kirchenmitgliedern zusätzlich die Kirchensteuer.

    Dafür tragen sie ihre Kranken- und Pflegeversicherung selbst. Es gibt einen Zuschuss, seine Höhe hängt aber vom Einzelfall ab und ist in der Rechnung oben nicht abgezogen.

    Der Kanzler zahlt den Höchstsatz

    Mit einem steuerpflichtigen Jahreseinkommen von rund 334.000 Euro liegt er über der Grenze von 277.825 Euro und damit in der fünften Tarifstufe des Einkommensteuertarifs. Auf jeden Euro oberhalb dieser Grenze fallen 45 Prozent an. Ein einfacher Bundestagsabgeordneter bleibt darunter und wird mit 42 Prozent besteuert.

    Steuerfrei bleiben die Dienstaufwandsentschädigung und die anteilige Kostenpauschale. Sie erhöhen den ausgezahlten Betrag, ohne die Steuerlast zu erhöhen, und verbessern damit das Verhältnis von brutto zu netto spürbar.

    Was das im Vergleich zum eigenen Gehalt bedeutet

    Abstrakte Zahlen sagen wenig. Der folgende Rechner setzt die Amtsbezüge ins Verhältnis zu einem selbst eingegebenen Bruttogehalt.

    Dein Jahresgehalt 45.000 €

    So lange braucht ein Amtsträger für dein komplettes Jahresgehalt.

    iWoher die Zahlen stammen

    Verglichen werden die reinen Amtsbezüge ohne steuerfreie Pauschalen, jeweils brutto gegen brutto. Der eingegebene Wert wird als Jahresbrutto verstanden.

    Angaben nach Abgeordnetengesetz, Bundesministergesetz und ParlStG.

    Die drei Zahlen, die falsch kursieren

    Wer nach dem Kanzlergehalt sucht, stößt auf mindestens drei Beträge, die höher sind als der tatsächliche. Alle drei lassen sich zurückverfolgen.

    Die 28.384 Euro aus der Besoldungstabelle

    Diese Zahl ist exakt fünf Drittel des aktuellen B11-Grundgehalts. Sie entsteht, wenn man die Formel aus dem Bundesministergesetz unbesehen auf die geltende Besoldungstabelle anwendet. Weil die Amtsgehälter aber mehrfach von der Besoldungsentwicklung abgekoppelt wurden, ist das Ergebnis theoretisch richtig und praktisch falsch. Ausgezahlt wird es nicht.

    Das Sharepic mit den 38.941 Euro

    In sozialen Netzwerken kursiert ein Bild mit dieser Summe. Ein Faktencheck der Deutschen Presse-Agentur kam im Juli 2026 zu dem Ergebnis, dass die tatsächlichen Bezüge sie nicht erreichen. Nachvollziehbar wird die Zahl, wenn jemand Diät und Kostenpauschale ungekürzt addiert, also die Anrechnung nach Paragraf 29 des Abgeordnetengesetzes übersieht.

    Das Mitarbeiterbudget

    Jedem Abgeordneten steht ein Budget für Mitarbeiter zu, derzeit 27.396 Euro im Monat. Dieses Geld fließt nie an den Abgeordneten, sondern über die Bundestagsverwaltung an dessen Beschäftigte. Wer es addiert, kommt auf Summen jenseits von 60.000 Euro, die mit keinem Konto etwas zu tun haben.

    Was nach dem Kanzleramt gezahlt wird

    Die Ansprüche nach dem Ausscheiden sind in der öffentlichen Debatte oft brisanter als das laufende Gehalt, weil sie lange nachwirken.

    12 Jahre
    LeistungHöhe
    Übergangsgeld nach dem Mandateine Monatsdiät je Mandatsjahr, höchstens 18 Monate bis 213.002 Euro
    Altersentschädigung, Höchstsatz65 Prozent der Diät nach 26 Mandatsjahren 7.692 Euro im Monat
    Übergangsgeld für Regierungsmitgliederdrei Monate volles Amtsgehalt, danach die Hälfte, längstens zwei Jahre bis 279.118 Euro
    Ruhegehalt für Regierungsmitgliederab vier Amtsjahren 27,74 Prozent, gedeckelt bei 71,75 Prozent 4.588 Euro bis 14.835 Euro im Monat
    iWoher die Zahlen stammen

    Die Altersentschädigung steigt je Mandatsjahr um 2,5 Prozent der Abgeordnetenentschädigung und ist bei 65 Prozent nach 26 Mandatsjahren gedeckelt. Die Ansprüche nach dem Ausscheiden sind gesetzlich geregelt. Übergangsgeld und Altersentschädigung der Abgeordneten hängen an der Zahl der Mandatsjahre, das Ruhegehalt der Regierungsmitglieder an der Amtszeit. Individuelle Ansprüche werden nicht veröffentlicht.

    • Übergangsgeld nach dem Mandat§ 18 AbgG
    • Altersentschädigung, Höchstsatz§ 20 AbgG
    • Übergangsgeld für Regierungsmitglieder§ 14 BMinG
    • Ruhegehalt für Regierungsmitglieder§ 15 BMinG

    Angaben nach Abgeordnetengesetz, Bundesministergesetz und ParlStG.

    Übergangsgeld

    Nach Paragraf 14 des Bundesministergesetzes werden die vollen Amtsbezüge drei Monate weitergezahlt, danach die Hälfte. Die Mindestdauer beträgt sechs Monate, die Höchstdauer zwei Jahre. Weil die Mindestdauer nicht an eine Mindestamtszeit gekoppelt ist, entsteht der Anspruch bereits nach einem einzigen Tag im Amt.

    Ruhegehalt

    Einen eigenen Ruhegehaltsanspruch erwirbt nur, wer der Bundesregierung mindestens vier Jahre angehört hat. Er beginnt bei 27,74 Prozent des Amtsgehalts und wächst je weiterem Amtsjahr um gut zwei Prozentpunkte, gedeckelt bei 71,75 Prozent. Wie sich der Höchstsatz nach sechzehn Amtsjahren auswirkt, zeigt das Vermögen von Angela Merkel, den Fall einer verkürzten Amtszeit das Vermögen von Olaf Scholz.

    Büro, Personal und Dienstwagen

    Bundeskanzler Gehalt Ausgeschiedene Bundeskanzler bekommen ein Amtszimmer, Mitarbeiter und einen Dienstwagen gestellt. Eine gesetzliche Grundlage dafür existiert bis heute nicht, die Ausstattung beruht allein auf Beschlüssen des Haushaltsausschusses. Zwei Gesetzentwürfe zur Befristung von 2019 und 2022 wurden nie verabschiedet.

    Wie strittig das ist, zeigt der Fall Gerhard Schröder. Der Haushaltsausschuss stellte sein Büro 2022 ruhend, er klagte dagegen, und das Bundesverwaltungsgericht erklärte sich am 10. April 2025 für unzuständig und verwies den Streit ans Bundesverfassungsgericht.

    Im Vergleich mit anderen Ämtern

    Der Kanzler ist nicht der bestbezahlte Politiker der Republik, jedenfalls nicht in jeder Rechnung. Beim reinen Amtsgehalt liegt die Spitze des Bundestages mit 23.667 Euro im Monat davor, weil dort eine Amtszulage die Abgeordnetenentschädigung verdoppelt. Rechnet man die Pauschalen mit, zieht der Kanzler wieder vorbei.

    Über ihm liegt in beiden Rechnungen der Bundespräsident, dessen Amtsgehalt gesetzlich auf zehn Neuntel des Kanzlergehalts festgelegt ist. Was das in Zahlen bedeutet, steht im Beitrag zum Gehalt von Frank-Walter Steinmeier. Ein Bundesminister kommt auf vier Fünftel, ein Parlamentarischer Staatssekretär auf drei Viertel der Ministerbezüge, nachzurechnen am Beispiel von Philipp Amthor.

    Auf europäischer Ebene wird deutlich mehr gezahlt. Die Spitze der EU-Kommission kommt auf rund 35.800 Euro im Monat und damit auf mehr als das Anderthalbfache, nachzulesen beim Vermögen von Ursula von der Leyen. Alle Ämter nebeneinander stehen in der Übersicht der Politikergehälter.

    Häufige Fragen zum Gehalt des Bundeskanzlers

    Wie viel verdient der Bundeskanzler im Monat?

    Das Amtsgehalt beträgt 20.675 Euro. Mit Stellenzulage, Ortszuschlag, Dienstaufwandsentschädigung sowie der halben Diät und drei Vierteln der Kostenpauschale aus dem Mandat sind es 32.933 Euro im Monat.

    Was verdient der Bundeskanzler netto?

    Nach Einkommensteuer und Solidaritätszuschlag bleiben rechnerisch 21.442 Euro im Monat. Renten- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge fallen nicht an, die Kranken- und Pflegeversicherung zahlt er selbst.

    Wie viel verdient der Bundeskanzler im Jahr?

    395.198 Euro brutto, davon bleiben rechnerisch 257.305 Euro netto. Das steuerpflichtige Jahreseinkommen liegt über der Grenze zur höchsten Tarifstufe von 45 Prozent.

    Wer ist der amtierende Bundeskanzler und seit wann?

    Friedrich Merz, gewählt und vereidigt am 6. Mai 2025. Er ist der zehnte Bundeskanzler seit 1949 und der erste, der im ersten Wahlgang die erforderliche Mehrheit verfehlte.

    Stimmt es, dass der Kanzler 28.000 Euro im Monat bekommt?

    Nein. Diese Zahl entsteht, wenn die Formel aus dem Bundesministergesetz unbesehen auf die aktuelle Besoldungstabelle angewendet wird. Die Amtsgehälter wurden von der Besoldungsentwicklung mehrfach abgekoppelt, ausgezahlt wird der niedrigere Betrag.

    Bekommt der Bundeskanzler zusätzlich Diäten?

    Ja, aber nur zur Hälfte. Paragraf 29 des Abgeordnetengesetzes kürzt die Abgeordnetenentschädigung bei Regierungsmitgliedern um 50 Prozent und die steuerfreie Kostenpauschale um 25 Prozent.

    Was bekommt ein Bundeskanzler nach dem Amt?

    Übergangsgeld für mindestens sechs und höchstens 24 Monate, ab vier Amtsjahren zusätzlich ein Ruhegehalt zwischen 27,74 und 71,75 Prozent des Amtsgehalts. Dazu kommen Büro, Personal und Dienstwagen, die allerdings auf keiner gesetzlichen Grundlage beruhen.

    Wer legt das Gehalt des Bundeskanzlers fest?

    Der Gesetzgeber. Das Bundesministergesetz koppelt es an die Besoldungsgruppe B11 der Bundesbeamten, der Bundestag kann diese Kopplung aber durch eigene Gesetze aussetzen und hat das mehrfach getan.

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