Boris Pistorius führt das Bundesverteidigungsministerium seit Januar 2023 und ist damit länger im Amt als die meisten seiner Kabinettskollegen. Davor lagen zwanzig Jahre in bezahlten politischen Ämtern, erst in Osnabrück, dann in Hannover. Wir schätzen sein Vermögen auf rund 1,2 Millionen Euro.
Was Boris Pistorius als Verteidigungsminister verdient
Das Amtsgehalt eines Bundesministers ist im Bundesministergesetz festgelegt und beträgt vier Fünftel des Kanzlergehalts, aktuell 16.540 Euro im Monat. Ein Verteidigungsminister bekommt keinen Zuschlag dafür, dass er zugleich Inhaber der Befehls- und Kommandogewalt über die Streitkräfte ist. Alle Bundesminister werden gleich bezahlt, unabhängig von der Größe ihres Hauses.
Woraus sich die monatliche Zahlung zusammensetzt
iWoher die Zahlen stammen
Alle Beträge sind gesetzlich festgelegt und stammen nicht aus Schätzungen. Der Zähler verteilt das Amtsgehalt gleichmäßig über die Amtszeit und lässt Pauschalen sowie zwischenzeitliche Anpassungen außen vor. Die Aufschlüsselung darunter zeigt die volle Monatszahlung inklusive Pauschalen.
Angaben nach Abgeordnetengesetz, Bundesministergesetz und ParlStG.
Wie sich die Bezüge zusammensetzen
Mit allen Bestandteilen sind das 28.082 Euro im Monat, im Jahr 336.987 Euro. Nach Einkommensteuer und Solidaritätszuschlag bleiben rechnerisch 18.554 Euro.
Der Minister, der den Regierungswechsel überstand
Pistorius übernahm das Ministerium am 19. Januar 2023 im Kabinett von Olaf Scholz. Nach der Bundestagswahl 2025 behielt er es unter Friedrich Merz. Er ist das einzige Mitglied des Kabinetts Scholz, das seinen Posten behielt.
Das hat eine finanzielle Folge, die selten beachtet wird. Ein Ruhegehalt nach dem Bundesministergesetz setzt vier Amtsjahre voraus. Diese Grenze erreicht Pistorius im Januar 2027, während viele seiner früheren Kollegen sie mit dem Regierungswechsel verpasst haben.
Wie hoch ist das Vermögen von Boris Pistorius?
Eine Pflicht zur Offenlegung des Privatvermögens gibt es in Deutschland nicht, jede Angabe dazu ist eine Schätzung. Nach unserer Rechnung kommt er auf rund 1,2 Millionen Euro.
Grundlage sind rund zwanzig Jahre in bezahlten Ämtern, die über die Zeit deutlich besser dotiert wurden. Immobilien, Beteiligungen oder ein Erbe sind nicht öffentlich bekannt, ebenso wenig nennenswerte Nebeneinkünfte.
Drei Stufen, drei Gehaltsniveaus
Anders als bei Quereinsteigern lässt sich seine Laufbahn gut nachrechnen, weil jede Station nach festen Sätzen bezahlt wurde:
- 2006 bis 2013: Oberbürgermeister von Osnabrück, bezahlt nach kommunalem Besoldungsrecht
- 2013 bis 2023: Innenminister in Niedersachsen, Landesministerbesoldung
- seit 2023: Bundesminister der Verteidigung, Bundesministerbesoldung
Davor saß er von 1996 bis 2013 im Rat der Stadt Osnabrück und war zwischen 1999 und 2002 Zweiter Bürgermeister. Diese Mandate sind Ehrenämter mit Aufwandsentschädigung und spielen für das Vermögen keine Rolle.
Was in der Rechnung fehlt
Eine zweite Karriere außerhalb der Politik hat Pistorius nicht. Er ist ausgebildeter Jurist und arbeitete vor seiner Zeit als Oberbürgermeister in der Verwaltung und in der Wirtschaft, allerdings nicht in Positionen, aus denen sich ein größeres Vermögen aufgebaut hätte. Wer seine Zahl einordnen will, vergleicht besser mit Markus Söder als mit einem Politiker aus der Wirtschaft.
Was nach dem Amt gezahlt wird
Bei einem amtierenden Minister ist das eine Frage der Zukunft, die Regeln stehen aber bereits fest.
| Leistung | Höhe |
|---|---|
| Übergangsgeld nach dem Mandateine Monatsdiät je Mandatsjahr, höchstens 18 Monate | bis 213.002 Euro |
| Altersentschädigung, Höchstsatz65 Prozent der Diät nach 26 Mandatsjahren | 7.692 Euro im Monat |
| Übergangsgeld für Regierungsmitgliederdrei Monate volles Amtsgehalt, danach die Hälfte, längstens zwei Jahre | bis 279.118 Euro |
| Ruhegehalt für Regierungsmitgliederab vier Amtsjahren 27,74 Prozent, gedeckelt bei 71,75 Prozent | 4.588 Euro bis 14.835 Euro im Monat |
iWoher die Zahlen stammen
Die Altersentschädigung steigt je Mandatsjahr um 2,5 Prozent der Abgeordnetenentschädigung und ist bei 65 Prozent nach 26 Mandatsjahren gedeckelt. Die Ansprüche nach dem Ausscheiden sind gesetzlich geregelt. Übergangsgeld und Altersentschädigung der Abgeordneten hängen an der Zahl der Mandatsjahre, das Ruhegehalt der Regierungsmitglieder an der Amtszeit. Individuelle Ansprüche werden nicht veröffentlicht.
- Übergangsgeld nach dem Mandat§ 18 AbgG
- Altersentschädigung, Höchstsatz§ 20 AbgG
- Übergangsgeld für Regierungsmitglieder§ 14 BMinG
- Ruhegehalt für Regierungsmitglieder§ 15 BMinG
Angaben nach Abgeordnetengesetz, Bundesministergesetz und ParlStG.
Übergangsgeld
Nach Paragraf 14 des Bundesministergesetzes werden die vollen Amtsbezüge drei Monate weitergezahlt, danach die Hälfte, mindestens sechs und höchstens 24 Monate lang. Ab dem zweiten Monat wird anderes Erwerbseinkommen angerechnet.
Ruhegehalt
Dazu kommt der Anspruch aus der Zeit als Landesminister, der sich nach niedersächsischem Landesrecht richtet, sowie die Altersentschädigung aus dem Bundestagsmandat mit 2,5 Prozent der Diät je Mandatsjahr. Treffen mehrere Ansprüche zusammen, wird angerechnet, doppelt gezahlt wird nicht.
Der Weg von Osnabrück nach Berlin
Herkunft und Ausbildung
Geboren wurde Pistorius am 14. März 1960 in Osnabrück. Nach dem Abitur leistete er 1980 seinen Wehrdienst bei der Bundeswehr, eine Station, die später oft erwähnt wurde, als er das Verteidigungsministerium übernahm. Danach studierte er Rechtswissenschaften in Münster und Osnabrück.
Die politischen Stationen
Seine Laufbahn verlief über alle drei Ebenen, von der Kommune über das Land bis in den Bund. In Osnabrück war er ab 1996 Ratsmitglied, ab 2006 Oberbürgermeister. 2013 wechselte er als Innenminister nach Hannover und blieb dort zehn Jahre. Im Januar 2023 folgte der Wechsel nach Berlin.
Wie sich Amtsbezüge in Deutschland zusammensetzen, steht in der Übersicht der Politikergehälter. Was ein Bundesminister im Vergleich zum Kanzler verdient, zeigt der Artikel zum Gehalt des Bundeskanzlers.
Familie
Pistorius hat zwei Töchter. Seine Ehefrau Sabine starb 2015.
Häufige Fragen zu Boris Pistorius
Wie viel verdient Boris Pistorius als Verteidigungsminister?
Das Amtsgehalt beträgt 16.540 Euro im Monat. Mit Zulagen, Dienstaufwandsentschädigung und der halben Abgeordnetendiät sind es 28.082 Euro.
Was bleibt davon netto?
Nach Einkommensteuer und Solidaritätszuschlag rechnerisch 18.554 Euro im Monat. Regierungsmitglieder zahlen keine Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung, ihre Kranken- und Pflegeversicherung tragen sie selbst.
Verdient ein Verteidigungsminister mehr als andere Minister?
Nein. Alle Bundesminister erhalten dasselbe Amtsgehalt, unabhängig von Ressort, Etat oder Mitarbeiterzahl. Auch die Befehls- und Kommandogewalt über die Streitkräfte ist nicht gesondert vergütet.
Wie hoch ist das Vermögen von Boris Pistorius?
Wir schätzen es auf rund 1,2 Millionen Euro. Es stammt aus rund zwanzig Jahren in bezahlten politischen Ämtern in Osnabrück, Hannover und Berlin. Immobilien, Beteiligungen oder größere Nebeneinkünfte sind nicht bekannt.
Bekommt Pistorius eine Ministerpension?
Ein Ruhegehalt nach dem Bundesministergesetz setzt vier Amtsjahre voraus. Diese Grenze erreicht Pistorius im Januar 2027, während viele Kabinettskollegen sie mit dem Regierungswechsel 2025 verpasst haben. Dazu kommen Ansprüche aus der Zeit als niedersächsischer Landesminister und aus dem Bundestagsmandat.
Seit wann ist Boris Pistorius im Amt?
Seit dem 19. Januar 2023. Er übernahm das Ministerium im Kabinett Scholz und behielt es 2025 im Kabinett Merz. Er ist das einzige Regierungsmitglied, das diesen Wechsel im selben Ressort überstand.
Bildquellen: artefacti / Bigstock.com